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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 5 · p. Seite 544

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 544 (sequence 5)
Language
German
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544 Wiedergaben allerer Arbeiten beschränken, ohne dem neuesten Stand dei־ Forschung gerecht zu werden, so stellen doch manche Beiträge zur Geschichte der Philosophie im Judentum und Islam, zu Talmud- und Midraschwissen־ schaft, zur Entwicklung des Gottesdienstes selbständige Leistungen von Fachmännern dar, denen voller wissenschaftlicher Wert zukommt. Einige Einzelheiten: wichtige Literaturangaben fehlen bei den Beiträgen über: Alphabet (Dornseiff, Das Alphabet), Gebote und Verbote (die Lit. seit 1896 fehlt; großenteils angeführt bei Guttmann י(בחיבת המצוות Gnosis (die Angaben gehen nur bis 1902; weiteres bei Leisegang, Die Gnosis), Gott (Marmorstein, Doctrine of God; dagegen scheint Vf. L. Ziegler für einen Juden zu halten). Wichtige Tatsachen werden vermißt: I 274 oben (unter den Professoren des Jewish Theological Seminary fehlt Davidsohn): von den Führern der religiösen Austrittsbewegung ist nur Lehmann-Mainz, sicher nicht der bedeutendste, angegeben; über Dämonen wird gehandelt, ohne die Apokryphen zu erwähnen; bei dem Beitrag über Ehre wäre zu erwähnen gewesen, daß das talmudische Recht, im Gegensatz zum biblischen, bei jeder Körperverletzung auch die Kränkung unter Strafe stellt; der Beitrag Esches Chajil geht am Kennzeichnenden dieses Kapitels, der wirtschaftlichen Kraft und Selbständigkeit der Frau, vorbei; unter den jüdischen Einrichtungen in Fürth fehlt die Realschule. Widerspruch wecken (abgesehen von den erwähnten bibelwissenschaftlichen Aufsätzen) die Beiträge über Allegorie (die Scheidung zwischen der radikalen Allegoristik der Alexandriner und. der im Mittelalter keineswegs erst durch Maimonides eingeführten gemäßigten ist nicht deutlich genug) und Antiochos Epiphanes (nichtjüdische Quellen sind überhaupt nicht benutzt!). Recht naiv ist die Bemerkung I 1339, die im Talmud erwähnten Ghassidim (deren Behandlung durch Büchler, Types of Jewish Palestinian Piety, ihrem Bearbeiter unbekannt zu sein scheint) hießen ,,richtiger“ Ghassidäer. Der Grundsatz מצוות צריכות כוונה bedeutet nicht, daß man die Gesetze mit Andacht üben soll (I 308); sonst hätte er nie in Frage gestellt werden können; es handelt sich darum, ob jemand, der etwa nur zu Studien zwecken morgens das Schma gelesen hat, es zu Gebetszwecken wiederholen muß. Aus der Erwähnung des Sabbatgesetzes im Dekalog folgt nicht (II 836), daß seine Verletzung mit Mord auf gleicher Linie steht. Das größere Sammelwerk nennt sich Encyclopaedia Judaica. Hier stock״ ich schon. Niemand wird das Buch so anführen; der abgekürzte Name Enzyklopädie wird aber zur Verwechslung mit dem amerikanischen Schwesterwerk verleiten und zu vergeblichem Nachschlagen führen. Es bedarf auch eines Sigels für den Gelehrtengebrauch (wie RGG für ,,die Religion in Geschichte und Gegenwart“). Ich möchte den Herausgebern raten, den Benutzem die Zitierweise Eschköl-Enzyklopädie EE zu empfehlen, die kurz und eindeutig ist. Es läge darin auch eine durchaus verdiente Ehrung des Verlages, dessen Leiter, Dr. Nachum Goldmann und Dr. Klatzkin, vor vier Jahren die ersten Schritte zu dem großen Unternehmen getan haben. Gegenwärtig zeichnet Klatzkin als ״Chefredakteur“, als sein Vertreter Elbogen; ־vtfissenschaftliche Mitglieder der ,,Zentralredaktion“ sind D. J. Bornstein, Irene Chanoch, M. E. Jernensky, O. Wolfsberg, M. Zobel und der ״Redaktionssekretär“ B. Krupnik (an Sprachreinheit darf man keine übergroßen Ansprüche stellen). Den leitenden Ausschuß bilden die Herren II. Brody (mittelalterliche Dichtung; Sittenbücher; Predigten; rabbinisches Schrifttum der neueren Zeit), M. Ehrenpreis (neuhebräisches Schrifttum), Elbogen (Altertum; Deutschland und Italien; Gottesdienst), Jakob Freimann (älteres rabbinisches Schrifttum), N. Goldmann und B. Jacob (Gegenwart), Michael Guttmann (Talmud und Midrasch), J. Klatzkin (Philosophie und Kabbala), I. Markon (Karäer; Bibliographie), Schipper (Jiddisches Schrifttum), Soloweitschik (Bibelwissen-

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