Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 541 (sequence 2)
- Language
- German
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541 Werke, die nur durch die 2usarm«erarbeit von Hunderten von Gelehrten möglich waren, in dem Sinne besprechen kann wie ein Buch des eigenen engsten Fachgebietes, so erscheint es möglich und notwendig, sie so weit zu kennzeichnen, daß dem Leser das Urteil darüber erleichtert wird, wie weit sie seinen Bedürfnissen entsprechen und seine Unterstützung verdienen. Gemeinsam ist beiden Werken eine prachtvolle, gediegene Ausstattung־. Das Papier ist derart, daß es die Anbringung der zahlreichen Bilderbeilagen auch innerhalb des Textes zuläßt. Außer Abbildungen sind erfreulicherweise zahlreiche Notenbeiiagen hinzugefügt. Der Druck ist sorgfältig überwacht1 * *; da ziemlich viel ausländische Mitarbeiter herangezogen sind, soll ausdrück־ lieh hinzugefügt werden, daß der sprachliche Ausdruck sehr selten Anlaß zu Beanstandungen gibt. Die Uebersicht über größere Beiträge wird in E durch am Rande eingeschaltete Fettdrucküberschriften und in beiden Werken gelegentlich durch vorausgeschickte Gliederungen erhöht; übrigens soll nach Abschluß von E ein Sammelregister folgen. Jeder Beitrag trägt in beiden Werken den Namen des Verfassers und des Fachredakteurs, leider (nach amerikanischem Muster) nur abgekürzt; damit hängt der weitere Mißsiand zusammen, daß das Verzeichnis der Mitarbeiter nach diesen Abkürzungen (A. E.; A. K. usw.), nicht nach der Abfolge der allgemein bekannten Nachnamen, geordnet ist. Beide Werke sind im allgemeinen durchaus gemeinverständlich ge־ schrieben. Natürlich wird nicht jeden jeder Gegenstand interessieren; das Verzeichnis der Amoräer in E, das der Tiere und Pflanzen Palästinas in L (unter Fauna und Flora) wird nicht jeder studieren wollen; aber wer über einen Gegenstand Belehrung wünscht, wird sich durch die Form der Dar- Stellung nicht abgestoßen fühlen. Auch für die deutsche Umschrift semitischer Namen ist eine dem Laien verständliche Form gewählt. Beide Werke führen nicht nur, wie selbstverständlich, bis in die Gegenwart hinein, sondern sie tragen auch der Wendung des jüdischen Interesses, die sich in unseren Tagen vollzieht, stark Rechnung. Volkskunde und Statistik nehmen einen großen Raum ein; der jüdischen Kunst im weitesten Sinne, insbesondere dem neuhebräischen und dem jüdisch-deutschen Schrifttum, wird die verdiente Aufmerksamkeit geschenkt. Wenn auch den Hauptgegenstand der Werke das Schicksal und der Ideengehalt des Judentums bildet, so sind doch, dem voraussichtlichen Interesse der Leserkreise entsprechend, Männern jüdischen Blutes, auch solchen, die nicht mehr dem Judentum angehört haben, soweit sie auf die allgemeine Kultur maßgebend gewirkt haben, Beiträge gewidmet worden. Beide Werke streben nach überparteilicher Haltung. Und soweit es sich um die Stellung zu Tagesfragen handelt, ist dies Ziel in E völlig, in L der Hauptsache nach erreicht. Jede Bewegung wird in E, soviel ich sehe, immer, in L vielfach durch ihre Anhänger gekennzeichnet (anders Abr. Geiger und S. R. Hirsch); über die Agudas Jisroel berichten in beiden Werken maßgebende Führer, über den Centralverein schreibt in L Ludwig Holländer, über den Anarchismus in E der (nach dem Beitrag selbst zu schließen) nichtjüdische Organisator einer jüdisch-anarchistischen Bewegung. Wo verschiedene 1 In den letzten Zeilen des Beitrags Asasel L I lies ״von dem die allgemein als früh anerkannten Schriften nichts erwähnen4‘ (statt ,,allgemeinen, als“).