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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 5 · p. Seite 540

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 540 (sequence 1)
Language
German
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540 Besprechungen Encyclopaedia Judaica. das Judentum in Geschichte und Gegenwart, I. Band. Aach —־ Akademien, 1225 S. II. Band, Akademien — Apostasie, 1231 S. Verlag Eschkol, Berlin. Preis Mk. 50,— für den Leinenband, Mk. 55,-- für den Halblederband. Jüdisches Lexikon, ein enzyklopädisches Handbuch des jüdischen Wissens in vier Bänden, mit über 2000 Illustrationen, Beilagen, Karten und Tabellen, herausgegeben von Dr. Georg Herlitz und Dr. Bruno Kirschner, Band I A—G, 1471 S., Band II D—H, 1727 S. Jüdischer Verlag, Berlin. Preis für den Leinenband je Mk. 35,—. Der Begriff einer ,,Enzyklopädie des Judentums“ enthält, streng genommen, einen inneren Widerspruch. Denn zum Wesen der Enzyklopädie gehört, daß sie die gesamte Allgemeinbildung, nicht nur ein Feld des Fachwissens umfaßt. Aber abgesehen davon, daß der Begriff sich abgeschwächt hat, ist er gerade auf die Wissenschaft des Judentums nicht unanwendbar. Vergleicht man die — meist auf das talmudische Gebiet beschränkten ־— Sammelwerke des Mittelalters mit Sachwörterbüchern, wie wir sie anzuzeigen haben, so erkennt man deutlich, daß die Wissenschaft des Judentums keineswegs bloße Fachwissenschaft ist, sondern in noch höherem Grade als etwa die klassische Altertumswissenschaft, die Pädagogik, die Rechtslehre und andere gleichfalls in ,,Enzyklopädien“ dargestellte Gebiete in Wahrheit einen durchaus umfassenden Charakter trägt, seit sie das Judentum nicht vorwiegend der Idee, sondern mindestens eben so sehr der geschichtlichen Erscheinung nach betrachtet und Idee wie Erscheinung in ihrer systematischen Beziehung und in ihrer geschichtlichen Wechselwirkung zu anderen Kulturen zu beleuchten sucht. Die Darstellung der Ergebnisse dieser Wissenschaft fordert eine derartige Fülle nicht nur von sprachlichen und geschichtlichen Kenntnissen, sondern auch von Gesichtspunkten, daß sie einem einzelnen heute in befriedigender Weise nicht gelingen kann. Andererseits ist sie eine Notwendigkeit, da die Darstellungen von Einzelgebieten naturgemäß keine Gewähr für Vollständigkeit bieten. So bleiben auch hier, wie in anderen Wissenschaften, die beiden Formen der Zusammenarbeit: der Grundriß, bestehend aus selbständigen, aber nach einem einheitlichen Plan geordneten Werken, und das alphabetisch geordnete Sachwörterbuch. Die erste Form versucht die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums; sie ist buchhändlerisch leichter durchführbar und hat den Vorteil, daß jedes Gebiet zusammenhängend dargestellt und von einem Fachmann bearbeitet werden kann. Der Hauptvorteil der Sachwörterbücher liegt darin, daß die Gewähr für Vollständigkeit größer, das Nachschlagen leichter und vor allem: daß bei energischer Leitung ein weit schnellerer Abschluß möglich wird, da Beiträge, die nicht rechtzeitig eingehen, anderen Bearbeitern übertragen werden können. Und da dem gelehrten wie dem nichtgelehrten jüdischen Leser, zumal im Hinblick auf die geringe Zahl guter Zusammenfassungen der Einzelgebiete, stark daran gelegen sein muß, möglichst bald eine Antwort auf die Fragen zu erhalten, die das Leben, insbesondere auch die tendenziöse Behandlung jüdischer Dinge bei nicht jüdischen Bearbeitern in ihm anregt, so ist es ve1*ständlich, daß dieser Weg bereits mehrfach beschritten worden ist, nunmehr zum ersten Male in deutscher Sprache — sogar in doppelter Form: in dem vierbändigen ,,Jüdischen Lexikon“ des jüdischen Verlages (im folgenden ־= L) und der fünfzehnbändigen ,,Jüdischen Enzyklopädie“ des Verlages Eschkol (= E). Und wenn natürlich niemand

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