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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 5 · p. Seite 515

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 5
Article
Neue Funde zu Midrasch und Aggada
Date
1928-01-01
Page
Seite 515 (sequence 10)
Language
German
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515 Im XXXIII. Stück wird eine Daniel zugeschriebene apokalyptische Vision mit תפלה לחבקוק הנביא eingeleitet. Vielleicht wäre darauf hinzuweisen, daß auch in den apokryphen Zusätzen zu Daniel Habakulc mit Daniel in Beziehung gesetzt wird: Habakuk fällt es zu, Daniel in der Löwengrube zu nähren. Im XXXIV. Stück heißt es, Jesus sei על בנא דברושא auf einer Zypresse gekreuzigt ־worden. G. sieht hierin die richtige Lesart statt des aus dem Toldot Jeschu bekannten קלח של ברוב des Krautstengels. Ich möchte כרוב של קלח vorziehen, aus sagengeschichtlichen Gründen. Toldot Jeschu sind dem Bestreben entsprungen, die christlichen Ueberlieferungen, welche Jesus verherrlichen, zu Jesu Verunglimpfung umzudeuten. Nun aber führen diese Volksüberlieferungen auf mehreren Wegen eher zum Krautstengel als zur Zypresse. Nach dem einen Typus der Volksüberlieferungen weigern sich die Bäume, sich zum Marterwerkzeug herzugeben, ähnlich (worauf schon S. Krauss hingewiesen) wie im Esthermidrasch jeder der Bäume sich dagegen wehrte, daß Haman auf ihm gehängt werde. Der Baum, auf dem Jesu schließlich doch gerichtet wird, büßt dafür. Nach der ungarischen Volksüberlieferung war es die Espe, darum zittert sie seither; nach einer englischen Volksüberlieferung war es die Mistel, bis dahin ein frei wachsender Baum, seither ein Schmarotzergewächs; nach einer Mantuaner Ueberlieferung war es die Waldrebe, einst stattlich wie die Eiche, seither verkrüppelt. So mag es nun in einer weiteren Volksüberlieferung geheißen .haben, die Krautpflanze habe sich zum Kreuzesholz hergegeben, einst wuchs sie wie ein stattlicher Baum, seither schleicht sie am Boden. Die andere sagengeschichtliche Deutung wäre: Jesu habe alle Bäume beschworen, sich nicht zum Marterwerkzeug herzugeben, den Krautstengel habe er, aus Mißachtung, zu beschwören unterlassen. Aehnlich beschwört Frigga (Freya) alle Bäume, ihrem Sohne Baldr nicht zu schaden, die Mistel verachtet sie, darum tötet Loki mittels eines' Mistelzweiges den Baldr. Aehnlich stirbt in Firdusis Schahnameh auch Isfendiar vom Pfeile, den Rüstern aus Tamariskenholz schnitzt, ähnlich stirbt Ravanaya in der Ramayana. Allenfalls paßt in jeden dieser beiden Zusammenhänge eher die Krautstaude als die Zypresse1. Im XXXVIII. Stück bei der sonderbaren Erzählung, warum Samuels Vater stets אבוהא דשמואל genannt wird (S. 392), wäre Marmorsteins Aufsatz über den Gegenstand zu erwähnen, in Grün- Walds Jahrbuch für jüdische Volkskunde I (1925) 315—319. * Als Druckfehler sind zu berichtigen: S. 14, Anm. 14 statt סופה ües עיפה; g. 15, Z. 30 st. יצרו .! יצר; g. 21, Anm. 1 st. ajpacpai stfrj zu lesen afpa®a 2Ö77 und anzuführen: Heinemann in HUGA IV 152; S. 27, v. u. Z. 7 st. בעין .1 נעיין oder בעיון; S. 30, Z. 6 st. הרכיבו .1 הרכבו; g. 31, Z. 12, ferner g. 48, Anm. 15 st. ßouX.£u־c7|p׳.ov 1. pouXsuxyjpiov; S. 31, Z. 25 st. *מתח לוו i. מתחילות; g. 43, ultima st. □בשחרי i. בשחרית; g. 61, Anm. 19, st. שלשי 1. של שרי; s. 67, Z. 5 st. יח־ד במיבו .1 יחיד בימיני; g. 3ל, Anm. 10 st. נוצא 1. נוציא; g. 90, ultima st. ונתתי ובונתי; g.!!3, Anm. 21 st. nollens-vollens 1 Ueber diesen Stoff s. Dähnhardt, Natursagen II (1909) 207—214, Panzer, Studien zur germanischen Sagengeschichte II, Sigfrid 1912, 253—268, Anatole France, Le Livre de mon ami, 306. 33*

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