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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 5 · p. Seite 493

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 5
Article
Die Familie Lwow
Date
1928-01-01
Page
Seite 493 (sequence 7)
Language
German
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493 einen königlichen Erlaß das Berliner Rabbinat entzogen. Das Rabbinat in Frankfurt a. O. dagegen konnte er weiter behalten1, und er blieb in dieser Stelle ungefähr 14 Jahre. Im Jahre 5503 (1743) wurde er zum Rabbiner in Nikolsburg in Mähren gewählt2. Am 2. Adar II 5508 (1748) wurde ihm dort seine zweite Frau Reichele entrissen. Hierauf heiratete Moses Lwow die Tochter des Abraham Sohn Chaims aus Lublin, des Vorstehers der Vierländersynode von Polen, die die Schwester des Lubliner Rabbiners Jakob Chaim war3. Im Jahre 5513 (1753) nach dem Tode seines Onkels, des Bruders seiner Mutter, Isachar Beresch Eschkeles, der Landrabbiner von Mähren war, wurde Moses Lwow mit dieser Stelle betraut. Er führte seither den Namen ,,Landesrabbiner'“ und hatte seinen Sitz in Nikolsburg. Das Rabbinat von Nikolsburg bekam Gerson Pulitz, der nach dem Tode von Moses Lwow dessen Steile als Landesrabbiner erhielt und auch sein Sch wie־ gersohn wurde. Moses Lwow starb am 17. Tebet 5518 (1758) im Alter von fünfzig Jahren. Er wurde fast in sämtlichen Gemeinden Israels betrauert, selbst Saul Halevi, Rabbiner in Haag (Holland), hielt am Sonntag, den 1. Adar I 5518, eine große Trauerkundgebung für ihn. Diese Trauerrede ist noch handschriftlich vorhanden und befindet sich unter anderen seiner Manuskripte in meinem Besitze. Von seinen Responsen sind nur zwei in Büchern seiner Zeitgenossen erschienen, und zwar im שב יעקב I Nr. 6 und im פגים מאירות. Beide schrieb er noch zur Zeit, als er Rabbiner in Frankfurt a. 0. war. Einige talmudische Abhandlungen von ihm besaß Ch. N. Dembicer, Rabbinatsassessor in Krakau, die er vom Vater seiner Mutter, namens Moses, geerbt hat. Letzterer war der Sohn des 1 So unterzeichnet er die Approbation für das Buch שו״ת השיב דר׳ אליעזר am Montag, den 21. ijar des Jahres 5490 (1730) ״משה בהרב הגדול מרה אהרן זיל מלבוב האבדיק ברלין וקיק פפדיא והמדינות". Als ihm aber das Rabbinat von Berlin entzogen und (am 13. Ab 5490 [1730]) dem Verfasser des ״Pne Jehoschua“ übergeben wurde, da Unterzeichnete er die Approbation für das Buch פני יצחק (Amsterdam 1731) ־vom 23. Ab 5490 (1730) הרב p "הק׳ משה הגדול מרה אהרן לבוב חונה פה קיק פ״פ והמדינות, ומצ׳־פ לק״ק לייפניק ואגפי׳", wobei die Erwähnung Berlins schon fehlt. 2 Vgl. Dembizer כלילת יופי I S. 30b und Buber אשני שם Nr. 422. Beide irrten und wußten nicht, daß Moses Lwow Rabbiner von Nikolsburg war, hervor er dort Mährischer Landrabbiner wurde. Dies geht aus folgender Approbation des Pentateuchs mit den Targumim hervor, wo er wie folgt zeichnet: "ה&זרוד ממש חד כרעא אעגלא ליסע ולקבוע בקיק כיש המפוארה. יום ד׳ ג׳ אב תק״ג לפ״ק פפד״א ביומא דשוקא". Dies ergibt sich auch aus der Inschrift des Grabsteines seiner zweiten Frau, die in Nikolsburg beerdigt ist, wo es heißt: ״אשת הרב המפורסם מ׳ משה מלבוב כרו יאיר, שהי׳ אב-ד ור״מ ביק פפדיא והמדינה, ובעת הוא ר״ם ואב״ד פה קד״לתיינו". 3 Landshut, Dembizer und Buber wußten nicht, daß die dritte Frau von Moses Lwow die Tochter des Abraham Sohn Chaims aus Lublin und die Schwester des Lubliner Rabbiners Jakob Chaim war. Nachdem dies nun geklärt ist, verstehen wir auch die Stelle in dem oben erwähnten Briefe seines Bruders Josua Heschel Lwow, wo es heißt ״כהיום הזה כתבתי לאחי הגאון נרו להזהיר לגיסו" [Nikolsburg] לנ״ש. Unter גיסו meinte er den Lubliner Rabbiner Jakob Chaim, dessen Schwester er damals schon zur Frau hatte. Daß Moses Lwow Töchter hatte, wußten die angeführten Gelehrten ebenfalls nicht.

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