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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 5 · p. Seite 492

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 5
Article
Die Familie Lwow
Date
1928-01-01
Page
Seite 492 (sequence 6)
Language
German
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492 in Trier, der Vater des Karl Marx, des Schöpfers des Sozialismus in Deutschland1. Die Frau des Meier Marx heiratete nach dem Ableben ihres Mannes, ungefähr im Jahre 5562 (1802), den Amsterdamer Rabbiner Moses Jakob Löwenstamm. Seine erste Frau Sara war die Tochter seines Onkels Hirschl Levin, Rabbiner in Berlin, des Bruders seines Vaters. Sara starb am 8. Elul 5557 (1797) in Amsterdam. 3. Der zweite Sohn des Aron Lwow von seiner ersten Frau war Josef Lwow, der Schwiegersohn des Isak Oppenheim. Letzterer war der Sohn des Moses Oppenheim, Landesvorsteher und Stadlan in der Pfalz, der Neffe vom Prager Rabbiner David Oppenheim. Josef Lwow erhielt im Jahre 5484 (1724) die Stelle eines Rabbinatsassessors in Eisenstadt, als dort Meier Eisenstadt Rabbiner war (vergl. Wachstein, Inschriften II S. 94). In diesem Amte verblieb er neun Jahre bis 5493 (1733). In diesem Jahre wurde er mit dem Rabbinate in Trebitsch in Mähren betraut, das er bis zu seinem Tode im Jahre 5535 (1775) inne hatte. Sein Sohn Hirsch Lwow war Rabbinatsassessor in Preßburg und starb daselbst frühzeitig zu Lebzeiten seines Vaters am Mittwoch, den 23. Tebet 5531 (1771). Sein Sohn Mendel Lwow in Preßburg war der Vater des Abraham Hirsch Lwow, des Vorstehers von Preßburg, der beim Kaiser Franz in Wien vorsprach, um die Erlaubnis für die Errichtung einer Sabbat-Schnur (Eruw) in Preßburg zu erwirken (vergl. Chasam Sofer, Teil I, Nr. 99). Abraham Hirsch Lwow starb am Montag, den 21. Tamus 5594 (1834) in Preßburg. 4. Der dritte Sohn des Aron Lwow hieß Moses Lwow. Er stammte von seiner zweiten Frau Bela, der Tochter des Gabriel aus Krakau, des Landes- und Gemeinderabbiners in Nikolsburg. Im Alter von acht Jahren verlor er den Vater und wurde hierauf bei seinem Großvater in Nikolsburg erzogen. Schon als Kind zeichnete er sich durch seinen Scharfsinn aus, und eine große Zukunft wurde ihm vorausgesagt. In früher Jugend heiratete er die Tochter des Isachar Beer, Vorsteher in Nikolsburg. Im Alter von ungefähr 20 Jahren erhielt er das Rabbinat von Leipnik in Mähren, welches er vom Jahre 5484 (1724) bis 5489 (1729) inne hatte. Daselbst starb seine Frau im Jahre 5487 (1727) in jungen Jahren (Mitteilung des Rabbiners Dr. F. Hillel in Leipnik). Hierauf heiratete er die Reichele, Tochter des reichen Josel Güntzburg aus Prensen (?), die mütterlicherseits eine Enkelin des großen Gelehrten und Landesvorstehers Zadok Weil aus Obernheim war2. Am 11. Adar I 5489 (1729), nach dem Tode des Jechiel Mechel Chasid, wurde er im Aufträge des Königs zum Rabbiner von Berlin und Frankfurt a. O. gewählt. Wie seinerzeit Jechiel Mechel war auch er Rabbiner in beiden Gemeinden zugleich. Aber die Vorsteher der Berliner Gemeinde waren mit ihm nicht zufrieden. Sie behaupteten, daß er als Fünfundzwanzig] ähriger dieser Stelle nicht gewachsen wäre. Noch bevor ein volles Jahr vergangen war, wurde ihm durch 1 Vgl. Wachstem a. a. 0. 2 Auf ihrem Grabstein in Nikolshurg heißt es: ״נכד הגאון השתדלן הגדול המפורסם פרנס ומנהיג מו״ה צדוק ווייל מאבערנהיים" (s. Feuchtwang in Kaufmanns Gedenkbuch S. 378).

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