Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Familie Lwow
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 494 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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494 Uscher Lemel, Rabbiner in Eibenschütz, der in seiner Jugend Schüler des Moses Lwow war. Seine sonstigen Schriften sind im Laufe der Zeit verlorengegangen. Von seiner Nachkommenschaft wissen wir, daß er zwei Töchter hatte, die an Rabbiner verheiratet waren. Die ältere Hendel war die Frau des Gerson Pulitz, Landesrabbiner in Mähren, der sie nach dem Tode seiner ersten Frau Malke1, die im Jahre 5518 (1758) in Nikolsburg starb, heiratete. Mit ihr lebte er ungefähr zehn Jahre zusammen. Auch sie starb zu Lebzeiten ihres Mannes am Sonntag, den 22. Elul 5528 (1768) in Nikolsburg. Die zweite Tochter war die Frau des Isak, Rabbiner von Tarnow, der ein Sohn des Lubliner Rabbiners Jakob Chaim war2. Näheres über das Leben des Isak, ebenso wann und wo er starb, wissen ivir nicht. Es steht nur fest, daß er im Jahre 5557 (1797) nicht mehr unter den Lebenden weilte. Denn in diesem Jahre schrieb sein Schwager Josef Hochgelehrter, Rabbiner von Sam06c, in einem Briefe, der in meinem Besitze ist, das Wort דל s. A. (Siehe meine כתבי הגאונים [Piotrkow 1928] Seite 137.) Isak hatte zwei Töchter. Die eine hieß Miriam und war mit Josef, einem Sohne des Rabbiners von Lisko in Galizien, vermählt. Die zweite, namens Feigele, heiratete ihren Vetter Chaim Hochgelehrter, Sohn des Josef Hochgelehrter, Rabbiner von Samo 6c, Chain! Hochgelehrter wurde im Jahre 5529 (1769) geboren. Im Alter von neunzehn Jahren wurde er zum Rabbiner von Ostrowiec gewählt. Später erhielt er das Rabbinat von Grubieszow, aber nach einigen Jahren kehrte er nach seiner Vaterstadt Sam06c zurück. Als Samosö im Französisch-Russischen Kriege belagert wurde, verließ er mit seiner ganzen Familie und seiner Mutter Cipora diese Stadt und ging nach Grabowiec, wo er mit dem dortigen Rabbinat betraut wurde. Sein Aufenthalt in Grabowiec dauerte nur einige Monate, da er samt seiner Familie ein Opfer der damals im Lande herrschenden Epidemie war. Innerhalb eines Monats des Adar 5569 (1809) wurden sie alle, nämlich er, seine Frau und Kinder wie auch seine Mutter, vom Tode heimgesucht. Es blieb von ihm nur ein einziger Sohn zurück, namens Moses Jakob Hochgelehrter, der bei seinem Onkel Isak Hochgelehrter, Rabbiner von Sam06c, erzogen wurde. M. I. Hochgelehrter heiratete Eidei Pesel, die Tochter des Philantropen Eliakim Getzel Rakower aus Krakau. Nach dem Tode des Moses Minz, Rabbiner von Alt-Ofen, wurde er als sein Nachfolger ausersehen. Zum Bedauern aller seiner Freunde wurde er aber im blühenden Alter von einundvierzig Jahren vom Tode entrissen. Er starb am 13. Siwan des Jahres 5600 (1840) in Krakau. Seine älteste Tochter Ester Feigel Cypres ist in Krakau wegen ihrer Wohltätigkeit und ihres sanften Gemütes sehr berühmt. Ihre Tochter Cipora war meine Mutter, eine treue Gattin meines Vaters Ch. L. Horowitz, Oberrabbiner zu Krakau s. A. 1 Sie war die Tochter des Sekel Neustädtl ans Kremsier, der Landes- Vorsteher von Mähren war. 2 Er war der Schwager von Moses Lwöw, wie oben nachgewiesen wurde.