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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 5 · p. Seite 484

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 5
Article
Die religionsgeschichtlich erklärte Barajta
Date
1928-01-01
Page
Seite 484 (sequence 8)
Language
German
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484 oder richtiger gesagt: es ist überhaupt keine magische Praxis da. Noch bemerkt M., daß er bereits anderweitig festgestellt habe, daß Scherben für magische Zwecke im Gebrauch waren. Das ist es, was ich schon oben bemerkt habe, daß es füglich kein Ding gibt, das nicht zu magischen Zwecken gebraucht worden wäre; soll man auf das hin alle Erscheinungen des täglichen Lebens auf magische Praktiken zurückführen? In Punkt 10, 11 und 12 behandelt M. Nachrichten von externen Quellen. Ich enthalte mich hier jedes Urteils, da ich einen Teil der von M. angeführten Bücher nicht einsehen kann. M. faßt hernach sein Urteil wie folgt zusammen: ,,Von diesen 12 Stellen zeigen 1, 2, 3, 9, 10, 11 und 12 ganz deutlich, daß die כרעי המטה für magische Zwecke verwendet wurden. Es kann kein Zweifel darüber herrschen, daß dieses auch in den anderen Stellen der Fall sei. Dasselbe gilt auch von unserer Borajta“1. Dagegen habe ich zu bemerken, daß selbst nach M.s Ansicht der Zauber nicht mit der Bettstelle getrieben wurde, sondern mit etwas anderem, was an die Bettstelle herangebracht wurde; M. hat sich also hierin zumindest schlecht ausgedrückt. Selbst wenn aber M.s Deutung jener Stellen zu Recht bestünde — was ich aber bestreite — so wäre sie doch nicht maßgebend für die Barajta Beza 3b, weil, wie gezeigt worden ist, diese durch jene Deutung nicht erklärt erscheint. Ich komme nun zu meiner Deutung, die ich in Kürze schon in Ha-Olam 1927, 439 vorgetragen habe. Schon unter den oben behandelten Dingen befinden sich zwei, und zwar Nr. 6 und 9, die dem Falle in Beza ähnlich sind; nach jenem wird die Sukka mit der Bettstelle gestützt, nach diesem werden Töpferscherben verwendet, um die Bettstelle zu stützen. Der Ausdruck סמך ist in allen drei Fällen gleich. Nun haben wir aber auch noch bessere Parallelen. In der großen halachischen Abhandlung Mischna und Gemara b. Sabbath 124b, deren oberster Satz lautet: Von allen am Sabbath zu tragen erlaubten Geräten können auch die Bruchstücke am Sabbat getragen werden, vorausgesetzt, die Bruchstücke erlaubten eine Verwendung, die der früheren noch einigermaßen gleich ist — werden viele Einzelbeispiele aufgezählt, und ich hoffe, daß niemand aus dieser trockenen Materie einen Zauberkreis formen wird. Unter anderem heißt es in einer Barajta (ib.): Ist der Deckel eines Fasses in Splitter gegangen, so darf es (das Faß) und ebenso die Bruchstücke am Sabbath getragen (bewegt, benützt) werden; man soll aber daraus kein Bruchstück formen2, um damit ein Gerät zuzudecken oder um damit die Füße eines Bettgestells zu stützen (סמך). Dieselbe Halacha in demselben Zusammenhänge steht auch in T. Sabbath XIV (XV), 2, S. 131 Z. 3, nur mit dem Unterschiede, daß hier erst Bettstelle und dann Geräte genannt werden, was natürlich nichts auf sich hat, dagegen aber hier כלים in Mehrzahl, was entschieden besser ist als כלי in Einzahl. Nun erinnern wir uns aber, daß in der zur Diskussion stehenden 1 Ich schreibe lieber Barajta. 2 Verb ספת ist von unsicherer Bedeutung; s. Margo, wo zwei Er״ klär ungen des Aruch.

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