Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die religionsgeschichtlich erklärte Barajta
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 482 (sequence 6)
- Language
- German
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482 (Odyssee I 440). Wenn ich in der alten Literatur der Griechen und Römer oder auch der Perser besser bewandert wäre, könnte ich wahrscheinlich mehr solcher Parallelen beibringen. Aber der Vorgang ist etwas derart Natürliches und Banales, daß es sich gar nicht lohnt, der Sache weiter nachzugehen; passiert es doch auch heute jeden Tag und in unzähligen Fällen, daß man irgendein Kleidungs־ stück oder selbst eine Violine, wie jene Leviten, auf das Bett wirft, weil sich, dieses Möbelstück zunächst und sicher dafür darbietet. Dasselbe möchten wir nun auch für den Fuß der Bettstelle in An־ spruch nehmen und möchten dieses Hausgerät des Zaubers ent־ kleiden, in den es von meinem Freunde Marmorstein gehüllt worden ist. 5. Die nächste von M. behandelte Stelle ist: Bar. b. Arakhin 6a: ,,Wenn [der Gottesname] auf dem Griff von Geräten (הכלים JTPP) oder auf den Pfeilern des Bettgestelles geschrieben war, so hat er das abzuschneiden und zu begraben“ (גנז). Die Halacha hier entspricht der, die wir bereits aus T. Megilla III, 5 und aus Soferim V, 13 kennen, wie am Margo daselbst richtig angegeben wird; sie bringt uns nichts Neues und ist für uns bereits durch das Vorgesagte erledigt. Wenn aber M. dazu, an sich richtig, bemerkt, es seien hier כלים und כרעי המטה genau so zusammengestellt wie in der Bar. Beza, die den Aus־ gangspunkt unserer Diskussion bildet, so hat er seine These selbst gerichtet, denn er versucht es nicht einmal, auch die ,,Griffe“ der Geräte, die wir uns in unendlicher Menge denken müssen, in den Kreis seiner Magie einzubeziehen. 6. M. Sukka II, 2: ,,Wer seine Laubhütte mit den Pfeilern des Bettes stützt — dieselbe ist kascher“. Dazu M.: ,,Hier ist allerdings eine abergläubische Verwendung der כרעי המטה nicht nachweisbar, aber nach den bisherigen Erfahrungen nicht ausgeschlossen“ — also der bloße Ausdruck כרעי המטה hat es ihm angetan! Natürlieh spricht die Mischna von dem einfachsten Vorgehen der Welt; die Sukka droht dem Manne über den Kopf zu fallen; er nimmt zur Stütze dasjenige, was er zu allererst bei der Hand hat: die Pfeiler des Bettes, das ja sich in der Sukka befindet, da man doch in der Regel in der Sukka schläft! 7. T. AZ. VI, 13 S. 472: ,,Wenn dort — in dem Schiffe — ein Krug (oder Flasche, לגין lagena) voll — Weines — war und gebunden an die Pfeiler des Bettes“ usw. Dazu M.: ,,Der Zweck dieses Bindens an den Fuß des Bettes ist nicht angegeben, kann nur vermutet werden“. M. spricht seine Vermutung nicht aus, aber wir können sie leicht erraten. Vergleicht man nur Mischna und Gemara in AZ. 69a, b, ferner j. AZ. V, 5, 44d, die zahlreiche ähnliche Fälle anführen, wird man finden, daß da nicht ein Schatten eines magischen Vorganges vorbeihuscht und daß alles aus dem Leben gegriffen ist. Man muß nur wissen, was in der T. besprochen wird; ein spitz auslaufender Krug — das ist gewöhnlich die lagena — befindet sich auf dem wackligen Schiffe; ist es da nicht begreiflich, daß der Eigen־ tümer ihm einen Halt gibt, so gut er kann, daß er ihn also an den Fuß seiner Bettstelle bindet? 8. Nach Vorschrift Ex 123 haben die Israeliten das Paschalamm in Aegypten schon am 10. Nisan abgesondert, was einem Aggadisten Anlaß gibt zu bemerken, das Lamm sei an die Bettgestelle der Israeliten