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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 5 · p. Seite 481

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 5
Article
Die religionsgeschichtlich erklärte Barajta
Date
1928-01-01
Page
Seite 481 (sequence 5)
Language
German
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481 fläche; warum sollte es nun mit dem Pfeiler der Bettstelle anders sein? In dem allen sehe ich.keine Magie. Wir wissen, daß man auf das Horn des Rindes selbst Dokumente einritzte1, zu sehr praktischem Brauche, und durchaus nicht zu magischen Zwecken. Noch gehört hierher der Umstand, daß man auf die der Synagoge geweihten Baustücke, wie z. B. einen Stein oder Balken, ebenfalls die Widmung ,,für Gott“ (d. i. das Tetragrammaton ausgeschrieben) schriftlich einzugraben pflegte; halachisch (s. T. Megilla III, 5 S. 224, b. Arach 6 a) wird die Sache in dem Falle verhandelt, wenn die Weihung mit der Inschrift von Seiten eines Heiden erfolgt ist2. 3. ,,R. Joschua ben Levi gebrauchte zum Fluchzauber eine Henne, die er an den Fuß der Bettstelle band“; so M., der b. Ber. 7a zitiert. Wenn man sich aber die Stelle besser ansieht, kommt ganz was anderes heraus. Erstens steht dort im Talmudtexte תרנגולא Sahn, und das ist genau zu nehmen, denn vorher wird einiges vom Kamme des Hahnes mitgeteilt, und sodann wurde dieser Hahn an die Bettstelle gar nicht angebunden, sondern bei der Bettstelle bereit gehalten, damit der Rabbi ihn (das ist die Veränderung der Farbe seines Kammes) beobachten könne, um den Augenblick zu erspähen, da er den ihm ärgerlichen Zeduki wirksam verfluchen könne; in dem allen spielt doch die Bettstelle gar keine Rolle, nur ist es Nachtzeit, der Rabbi schläft darin, der Hahn ist ihm zur Seite, wie noch heute beim palästinischen Bauern das Haustier den Schlafraum seines Herrn teilt3. Von dem Fuß der Bettstelle sprechen wir weiter unten noch ein Wort. 4. Hier behandelt M. die etwas phantastische Geschichte, daß die Vornehmen Roms, die früher ihr Bett ,,bedienten“, angesichts der Figur eines Siegelringes, jetzt, nach dem Falle Jerusalems, zu gleichem Zwecke Juden an ihre Bettstelle banden (b. Gittin 58 a, Jalkut Lam 42). Das Ganze ist gesagt worden zur Kennzeichnung der außerordentlichen Schönheit der Söhne und Töchter Israels, wovon daselbst (vgl. auch Lam r. zu 42) viel die Rede, und sollten sich die Römerinnen an diesen Schönheiten ,,versehen“. Das ist gewiß eine Art Zauber, doch möchte ich ihn nicht ,,Fruchtbarkeitszauber“ nennen. Wiederum aber bewirkt nicht die Bettstelle den Zauber, sondern das an dieselbe angebundene Ding, und ist die Bettstelle das für solches Anbinden der allein geeignete Stützpunkt. Hier hat M., indem er auf D. Golomb in Ofar ha־־Chajjim III, 107 verweist, Gelegenheit, Hai Gaon zu Kelim XVIII, 5 (nach anderer Zählung Mischna 3) zu erwähnen. Ebenso hätte er Maim., R. Simson, Ascheri und Aruch erwähnen können, die alle zum Satze ומלבני בני לוי טהורין gleichmäßig erklären, daß es sich handelt um eine Art viereckigen Aufsatzes am Bettgestelle, auf welchen Aufsatz die Leviten ihre Musikgeräte zu hängen pflegten. M. wird nicht behaupten wollen, daß es sich auch hier um irgendeinen Zauber handelt. Schon in Talm. Arch. I, 388, Anm. 87 habe ich die Parallele beigebracht, daß auch die Dienerin des Telemach dessen Kleid auf das Bett hängt 1 Talm. Arch. III, 145 f. 2 Synagogale Altertümer S. 307 f. 3 Vgl. II Sam 128. Monatsschrift, 72. Jahrgang. 31

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