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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 4 · p. Seite 426

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 4
Article
Zur Gottesnamenfrage
Date
1928-01-01
Page
Seite 426 (sequence 26)
Language
German
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426 Vieles in unseren heutigen Texten ist also dem Gebrauch von biblischen Stellen als Richtschnur für Verbesserungen zuzuschreibeiL. Ist die Annahme möglich, daß dieses Prinzip auch weiterhin durchgeführt wurde? Ein Teil des aufgefundenen Tatsachenbestandes scheint in diese Richtung zu weisen. Nach einem Segensspruch wird gewöhnlich JW gebraucht1. Stellen wie Psalm 962 ״segnet den Namen Gottes“, stellen sich sofort als die. wahrscheinlichste Quelle dar, die die Abschreiber hierin beeinflußt haben. Wenn wir JW in Gen 4918;,auf deine Hilfe habe ich gehofft“ finden, erinnern wir uns, daß nach Psalm 39 ,,die Hilfe JWs ist.“ Das scheint einen Grund für seine Benutzung hier zu bieten. Sonst wird der Name in den ägyptischen Kapiteln der Genesis nicht ausgedrückt, vielleicht weil Aegypten nicht als ein Teil des ,,ganzen Ortes, wo ich meinen Namen erwähnen lasse“ betrachtet wurde (Ex 2024). Vor einigen Jahren untersuchte ich die Phänomene außerhalb des Pentateuch in Verbindung mit Baumgärtels Monographie und fand, daß die Tatsachen sich unter verhältnismäßig wenigen Prinzipien zusammenfassen lassen. Der Name wird zum Ausdruck gebracht 1. wo man Ex 315 für angewandt hält, 2. nach Worten des Segens und 3. bei Eiden auch 4. bei Prophezeiung oder Berufungen darauf, denn der hebräische Prophet sprach im Namen von JW (Deut 1815 ff.) und 5. bei den Gebeten von Simson in Philistäa (R 1628), Elija bei Zarephat (I Kön 1720) nnd Jona2. Sonst wird der Name im masoretischen Text nur mitgeteilt an dem Ort, wo er seinen Namen erwähnen lassen will, und in Orten, über die sein Name genannt ist (II Sam 1228). Es gibt nur zwei offensichtliche Ausnahmen: II Sam 158, wo jedoch Absalom im Lande Israel spricht, und Psalm 137. Die letztere Stelle befindet sich in einer Sammlung von Psalmen, die wahrscheinlich für den Ort bestimmt war, den JW erwählt hatte, um seinen Namen dort wohnen zu lassen. Und das mag für das Phänomen verantwortlich sein3. Dieselben Prinzipien lassen sich auf die Patriarchengeschichte anwenden, wenn man einmal bedenkt, daß die Bibel Aram Naharajim nicht als Irak betrachtet. Diese letztere Gleichsetzung widerstreitet allen biblischen Tatsachen, die die Heimat von Laban, Bileam und Cuschan-Rischataim in Syrien liegen lassen, d. h. innerhalb der idealen Grenzen, die dem Lande Israel von denen ׳zugewiesen sind, die es von der Wüste bis zum Euphrat sich ausbreiten ließen. Dasselbe gilt von Philistäa, das auch in diese Grenzen fällt. In den ägyptischen Kapiteln von Ex wird der Name in Rücksicht auf 1 Baumgärtel a. a. O. S. 25. 2 Es muß daran erinnert werden, daß sowohl Philistäa wie auch Zarephat innerhalb der idealen Grenzen fallen, die dem Land Israel im postexilischen Zeitalter zugeschrieben wurden, d. h. von der Wüste bis zum Euphrat. Der Gebrauch des Namens im Buche Jona auf dem Schiff und im Bauch des Fisches sind keine Ausnahmen, da in keinem der beiden Fälle der Sprecher sich in einem heidnischen Lande befindet, als aber Jona in Niniveh ist, ändert sich der Fall indes. 3 S. Bibliotheca Sacra 1915, 825—31.

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