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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 4 · p. Seite 424

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 4
Article
Zur Gottesnamenfrage
Date
1928-01-01
Page
Seite 424 (sequence 24)
Language
German
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424 Die Berichte von den gestohlenen Teraphim (Gen 3119, 3130, 313235־) und die fremden Götter (352-4) zeigen ־ans das wahre Wesen der Familienreligion; und die Worte in 3153 ,,der Gott ihrer Väter/' was in MT den Gott von Nahor mit dem Gott von Abraham identifiziert, fehlen in der Septuaginta und zwei hebräischen MSS und sind mit Recht als eine offensichtliche Glosse ausgelassen worden (vgl. Josua 2422). Das Verbum im hebräischen Text ist Plural nicht Singular, was auf mehrere Götter als sein Subjekt hinweist( Wenn anerkannt ist, daß Labans Töchter weder Monotheistinnen noch Verehrerinnen des Gottes Israel waren, so wird es klar, daß JW ein Substitut ist nicht bloß 2932, sondern auch 2933, 35, 3023 (LXX Pesch Gott), 27 (LXX Pesch Gott) 3149 (LXX Gott). Hierin stehen Laban und seine Familie nicht allein. Wir haben gesehen, daß eine große Abwechselung zwischen den verschiedenen Texten bezüglich der Gottesbezeichnung in der Bileam-Perikope herrscht. Es darf nicht vergessen werden, daß der Seher an einem Platze opferte, der sogar in dem vorhandenen MT Bamoth-Baal (Nu 2241) heißt, und daß er in der Sache von Baal Peor (Nu 3116) beteiligt war. Am ehesten wird man annehmen, daß das Wort Baal häufig in den bezüglichen Kapiteln benutzt wurde und daß die Notwendigkeit, es zu entfernen, die jetzige Konfusion in unseren Textäutoritäten mitgewirkt hat. Wenn wir auf die Berichte der Genesis als ein Ganzes blicken, finden wir, daß in vielen Berichten die jetzigen Gottesnamen nicht ursprünglich gestanden haben können. Wenn JW der Gott Israels war, dann muß die ganze Darstellung seiner Verehrung in den früheren Kapiteln auf Ersetzungen seitens der Abschreiber beruhen. Nun wissen wir aber aus I Kön 1826, daß Menschen den Namen Baal anriefen und sagen konnten עננו הבעל ,,antworte uns Baal" in genau demselben Sinne, wie wir sie in bezug auf JW tun sehen. Es ist deshalb vollkommen möglich, daß in vielen dieser Kapiteln Baal ursprünglich war. Und die Ansicht von dem Substitut der Ab- Schreiber aus Rücksicht gegen biblische Texte würde weiter erklären, warum wir so oft eher JW als Elohim nach שם finden. Die nachdrückliche Erklärung von Ex 315 mußte unbedingt die Praxis von Menschen beeinflussen, die in der Bibel eine Richtschnur für ihre Verbesserungen suchten. Und so sehen wir, der Vernunft zum Hohn, wie sie dazu kamen, Gen 1613 JW zu schreiben, wohl statt El, nicht statt Baal. Kehren wir zu unserem Ueberblick über die früheren Berichte zurück. Die ganze Urgeschichte wird man in irgendeiner Form unter den Hebräern erzählt haben, lange vor der Offenbarung des Namens JW, der deshalb an solchen Stellen wir 529, 926 oder 109 nicht ursprünglich sein kann1. Wir haben schon die Geschichte von Babel besprochen. 1 So ist es wahrscheinlich, daß in den prophetischen Stellen, in denen der Garten Eden erwähnt wird (Jes 513, Ezech 2813; 318 a u. b 9) man sich auf eine Form der Geschichte bezog, in der Baal gebraucht wurde, und die Gottes־ bezeichnungen in den gegenwärtigen Texten sind nicht unbedingt ursprünglich.

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