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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 4 · p. Seite 421

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 4
Article
Zur Gottesnamenfrage
Date
1928-01-01
Page
Seite 421 (sequence 21)
Language
German
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421 vollständigen Bruch mit der früheren Gewohnheit darstellte. Doch die Prüfung der Tatsachen zeigt, daß dieses Phänomen keinen Wechsel bedeutete und bloß in Uebereinstimmung mit der mosaischen und prämosaischen Praxis stand. Die zeitgenössischen Dokumente lassen keinen Zweifel darüber, daß das Wort außerordentlich viel gebraucht war. So finden wir, daß in dem Tagebuch eines ägyptischen Beamten, das aus dem 3. Jahre von Meneptah stammt, d. h. aus dem Regierungsjahre, das unmittelbar dem Jahre des Auszugs aus Aegypten folgt, das Wort nicht weniger als dreimal auf etwa einer halben Seite vorkommt1. In ähnlicher Weise kommen Namen wie Amur-Baalu in den Amarna Tafeln vor. In den samaritanischen Ostraca finden wir Formen wie Baala, Baalzamar, Baalizakar, Baal-Meoni, Abibaal und Meribaal. Namen wie Baal-Zephon und Bamot-Baal, die sich sogar in unserem Text des Pentateuch erhalten haben, legen Zeugnis für dieselbe Tatsache ab. Wir wissen ferner aus den Verbesserungen der Soferim תקוני סופרים, daß im Text des Pentateuch selbst Aenderungen vorgenommen wurden auf Grund derselben Prinzipien, die in bezug auf die anderen Bücher angewendet wurden, und wir haben gesehen, daß selbst in Gen die Quellentheorie gezwungen ist zuzugeben, daß die Gottesbezeichnungen nicht immer den Originaltext wiedergeben. Wir müssen daher die Möglichkeit erwägen, daß die schwierigen Phänomene des Pentateuch derselben Ursache zu verdanken sind, durch die auch die anderen Bücher beeinflußt worden sind. In diesem Zusammenhang müssen wir an die wichtige Tatsache erinnern, daß jedenfalls einige der Veränderungen später stattgefunden haben als die Trennung des ägyptischen Textes (der hauptsächlich von der Septuaginta repräsentiert wird) von der Traditionslinie, die in unseren MT einmündet. Deut 3312 lesen wir ,,der Liebling von JW wohnt sicher.“ Dann folgen die bedeutungslosen Worte עליו חפף עליו כל היום aber für das erste עליר hat N x<; ö dq) t, armenische Codices und eine Ausgabe von Theodoret 6 xs\ HP74 6 6s advoo2. Wenn wir בעליו ,,sein Herr ist ein Baldachin über ihm immer und wohnt zwischen seinen Schultern“ einsetzen, so erhalten wir ein feines Bild von Benjamin als dem Sitz des Tempels. Nu 14g ist der Ausdruck ,,ihr Schatten צלם ist von über ihnen gewichen“ unerklärlich. Der gewöhnliche Septuagintatext hat 5 xaipo<r; aber der armenische hat Dominus und N n, k, 1, Fb (mg) 6 xz von denen xaipocr eine Verstümmelung zu sein scheint, und es scheint so, daß צלם ein Substitut von seiten eines Abschreibers ist für בעלם oder הבעל. Das gibt eine ausgezeichnete Antithese zu den folgenden Worten ,,aber JW ist mit uns.“ Gen 4815ff. haben wir eine dreifache Anrufung von Gott ,,der Elohim . . der Elohim . . . der Engel . . .“ Das letzte Wort ist augenscheinlich nicht am Platz, aber das wiederholte Elohim 1 Siehe H. Greßmann: Altoriental. Texte zum A. T. 2. Aufl. 1926, 96 f. 2 Für das zweite עליו liest 0 aoxto לו. Da חפף nirgendswo sonst gebraucht ist, ist es unmöglich, fest zu behaupten, ob MT richtig ist oder geändert wurde.

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