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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 4 · p. Seite 419

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 4
Article
Zur Gottesnamenfrage
Date
1928-01-01
Page
Seite 419 (sequence 19)
Language
German
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419 Verworrenheit unseres hebräischen Textes der Ersetzung von seiten eines Abschreibers zuzuschreiben ist1. Aehnlich können wir II Sam 21 ohne weiteres schließen, daß es der Baal war, den die Gibeoniter im ursprünglichen Text verehrten. Die Erzählung I Könige 222-28 II Chr 182-27 ist in ihrer gegenwärtigen Form unverständlich. Jehosaphat bittet um einen Propheten von JW, den er befragen will (I Kön 2272, II Chr 186). Nach dem vorhergehenden Vers waren schon 400 Propheten befragt worden. Wenn diese Propheten von JW waren, so ist Jehosaphats Frage nicht zu verstehen. Nach dem MT der Kön waren es Propheten von Adonaj. Aber 29 MSS Aquila, Symmachos, Theodotion und der Targum lesen JW und Chronik hat Elohim. Es ist ferner außerordentlich unwahrscheinlich, daß Ahab 400 Propheten von JW sofort zur Verfügung gehabt haben soll, wenn man das Blutbad, das von seiner Frau veranstaltet wurde, in Betracht zieht (s. I Kön 1813, I Kön 1822, I Kön 1910, I Kön 1914). Seine Propheten waren Baalspropheten (I Kön 1822, II Kön S13). Wenn Baal die ursprüngliche Lesart war, dann können wir Jehosaphats Frage verstehen. David zögert nicht, den Namen eines Ortes Baal-Perazim zu nennen (II Sam 520, I Chr 14u). Das erfordert das Wort Baal zu seiner Erklärung. In dem vorangehenden Vers fragte David JW gemäß Samuel, Elohim gemäß den Chroniken. Die natürlichste Annahme ist, daß dies verschiedene Substitute für Baal sind3. Ri 97 werden die Bealim von Schechem, die den Baalbrith verehrten, von Jotham angeredet. Nähere Erwägungen in bezug auf den Stil und den Sinn führen uns dazu einzusetzen שמעו אלי כעלי שכם וישסע אליכם הבעל. Wer kann da umhin, die Ueberlegenheit dieser Lesart über’ 1 Siehe Deuteronomium 1020 »und bei seinem Namen sollst Du schwören“, und Jer 1216. In II Sam. 227 MT läßt Joabjden Eid bei Elohim gebrauchen. Aber Vulgata und Septuaginta haben Dns. Baumgärtels soeben zitierte Bemerkung zeigt, daß hier die Texte so genügend bekannt und ausschlaggebend waren, um die größte Mehrheit der Abschreiber in keinem Zweifel darüber zu lassen, in welcher Form sie die Veränderung vornehmen sollten. 2 Ueber עוד s. Kittel, BH ad 10c. Es scheint eine Einfügung zu sein, die versuchen will, die Schwierigkeit des Textes zu glätten. 3 Nach F. Baumgärtel: Elohim außerhalb des Pentateuch BWAT 19, 1914, S. 68, benutzt die Chronik JW vierhundertundvier zigmal und (ha) Elohim nur 182 Mal, von denen 35 in dem Ausdruck ,,Haus Gottes“ Vorkommen. Sie. hat 32 Mal (ha) Elohim in Stellen, wo Sam.־Kön JW hat, aber 11 davon sind in dem Ausdruck ,,HausGottes“. Von den übrigen in IIKön 2219 liest der Lateinische und Lagarde’s Septuaginta מפני (vor mir) obgleich der MT ,,vor JW“ hat und II Chr 3427 ,,vor Elohim“. Später im selben Vers haben beide ,,vor mir“ und die ganze Stelle endet mit dem Ausdruck ״sagt JW“. Es scheint deshalb, daß die lateinische Lesart hier richtig ist. Mit diesen Ausnahmen finden sich all die Divergenzen zwischen Chr und Sam-Kön in der Geschichte von David und Salomon (s. besonders TI Chr. 337, II Kön 217). Wahrscheinlich war deshalb Baal in dem gemeinsamen Grundstock der Geschichte bis zum Ende von Salomos Regierung allgemein gebraucht. 27*

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