Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Gottesnamenfrage
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 418 (sequence 18)
- Language
- German
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418 Septuaginta-Texten Gideon ersetzt wurde, und Ri 7! und 835 finden sich sowohl das Original wie das Subßtitut. Dieser Tatbestand wird noch weiter durch Jer 1113 bestätigt wo mt die doppelte Lesart מזבחות לבשת מזבחות לקטר לבעל hat' während in der Septuaginta die zwei ersten Worte sich nicht befinden. Andererseits ist Jer 324 בשת in beiden Texten für Baal eingesetzt worden. Auf dieselbe Weise sind andere Zusammensetzungen mit Baal verstümmelt worden, doch hat häufig ein Paralleltext die wahre Lesart erhalten, wie z. B. Ischboschet, II Sam 2—4, Ischbaal, I Chr 833, 939, Mephiboschet, II Sam 44, Meribbaal/I Chr 834, Eliada, II Sam 516, Beeliada, I Chr 14,1. Dies letzte Beispiel erhält besondere Bedeutung, da es zeigt, daß El zuweilen an Stelle von Baal gesetzt wurde. Aehnlich ist Ri 946 Baalbrith, was durch A und verwandte Textzeugen erhalten ist, in Elbrith im MT verändert worden. Bevor wir diesen Tatbestand auf unser Problem anwenden, wird es gut sein die Prinzipien, die daraus zu entnehmen sind, zu formulieren. 1. Die Abschreiber veränderten absichtlich Lesarten aus theologischen Motiven. 2. Viele davon wurden aus biblischen Texten abgeleitet, die als' Verbesserungsregeln behandelt wurden. 3. Die Aenderungen wurden nicht alle zu gleicher Zeit und am gleichen Ort vorgenommen, sondern erfolgten allmählich. 4. Offenbar herrschten verschiedene Ansichten, denn wir finden verschiedene Lesarten in Paralleltexten (Psalmen, Samuel-Könige gegenüber Chronik, Versionen usw.). Wir wissen nicht, ob dies der Verschiedenheit von Zeit und Ort zuzuschreiben ist, oder aus der Verschiedenheit des Zwecks der verschiedenen Editionen, oder der Unterschiedlichkeit der Meinungen der verschiedenen Gelehrten oder Schulen von Gelehrten, die verschiedene Texte oder theologische Prinzipien anwandten, folgt. 5. Das Wort Baal war in den Originaltexten häufiger, als es heute in unserer Bibel vorkommt. 6. Viele der Aenderungen waren dem hebräischen Text, der dem Uebersetzer der Septuaginta vorlag, unbekannt. In solchen Fällen ist ihre Arbeit uns zuweilen unverändert überkommen. Aber wir finden oft in unsern griechischen Zeugnissen Aenderungen, die nicht immer mit denen des MT identisch sind. Gibt es irgendwelche Gründe für die Annahme, daß diese Prinzipien irgendwie sich mit der Gottesnamenfrage außerhalb des Pentateuch berühren? Die Antwort kann nur bejahend sein. Wenn wir jetzt zu I Sam 296 zurückkehren, so können wir im Lichte der von I Sam 2616, X Sam 47 ff., Jer 12le usw. erhaltenen Belehrung und all der Tatsachen, die wir überblickt haben, kaum zweifeln, daß Achisch ,,beim Leben Baals** schwor und daß die 1 In manchen Fällen behalten noch die Septuaginta-Autoritäten die echte Lesart in Sam, z. B. in II Sam 44 boz&? G2 E2 und der syrische Text des Jakob ,von Edessa haben Memphibaal.