Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Gottesnamenfrage
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 413 (sequence 13)
- Language
- German
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413 werden. Dies gehört zu einer früheren Stufe der gesellschaftlichen Entwicklung als die Unterscheidung zwischen beabsichtigtem Mord und anderen Formen des Totschlags, wie sie sich in der Gesetzgebung von Ex bis Dtr findet1. Es ist unmöglich, dies mit dem Material zusammenzustellen, das viel späteren Zeiten angehört und anzunehmen, daß jahrhundertelang, die man von der Zeit an rechnen muß, als dieses Gesetz formuliert wurde, bis zu dem spätesten Datum, dem man P zuschreibt, es eine Schule von Autoren gegeben habe, die eine bestimmte Individualität und einen bestimmten Stil vertreten hat an der Seite von andern Autoren, ohne jedoch irgendetwas voneinander zu entnehmen. Aehnlich war es mit dem Segen an Jakob in 49, was oben besprochen wurde2. Wie können wir annehmen, daß ein Teil davon von Jacob herrührt und das Uebrige postmosaisch ist? Die Periode des Aufenthalts in Aegypten dauerte nicht weniger als 430 Jahre. Ist es vorstellbar, daß, selbst wenn die Abfassung von weniger als einem Kapitel sich wirklich über 5 oder 6 Jahrhunderte ausdehnte, irgendjemand heutzutage imstände wäre, dies zu zergliedern und die verschiedenen Elemente ihrer ursprünglichen Daten zu bezeichnen? Und was wird mit der Persönlichkeit Moses selbst bei all diesem? Ließ er das Werk der P-Schule in Gen 9 und der J-Schule in Gen 49 unberührt? Oder schrieb oder edierte er J, während Aaron oder Eleasar P schrieb oder edierte? Haben die Quellentheoretiker je auch nur für eine Minute der Frage der Ueberlieferung des vormosaischen Materials durch das mosaische Zeitalter hindurch sich gewidmet? 6. Während die Quellentheorie vorgab, die Veränderung der Gottesnamen in Gen zu erklären, ist sie nie imstande gewesen, irgendwie die Tatsache zu rechtfertigen, daß man Elohim häufig in anderen Teilen des Pentateuch gefunden hat nach Ex 315, in Stellen, die man E zuschreibt. Nach Carpenter ,,kommt er in vielen Abteilungen der späteren Erzählung mit solcher Häufigkeit vor, daß man auf den Gebrauch einer besonderen Quelle hingewiesen wird, z. B. Ex 1317-19, Ex 1419, Ex 18!, 12-23, Ex 20!,!9-2! (24u?) Num 215, Num 229f.,!2, 20, 22> 38, Num 234, 2?, Jos 24!; vgl. Deut 432, Deut 2ö!8, Jos 2233“3. Aehnlich schreibt L. E. Binns, der neueste kritische Kommentator von Numeri ,,Obgleich nach Ex 315 der Gebrauch des Namens nicht weiter ein charakteristischer Zug von E ist, so scheint, daß seine Bevorzugung noch immer gewisse Stellen charakterisiert4.f' Von den drei zuletzt zitierten Texten ist Deut. 432 ein direktes Zitat aus der bekannten Schöpfungsgeschichte von Gen 1 und beweist, daß ihr Autor mit diesem Teil von ,,P“ vertraut war. In 2518 bildet sie ein Teil eines Ausdrucks, der gottesfürchtig be- 1 Des spätere hebräische Gesetz ist eigentümlich und den persönlichen Erfahrungen des Moses, der einen Menschen totgeschlagen hat, zuzuschreiben. Es verallgemeinert diese mit den Zufluchtsstätten, statt dem Lande Midi an, und den Hohepriester — der einzige erbliche Beamte der mosaischen Verfassung — für Pharao. 2 MGWJ 1928, S. 123 ff. 3 I. E. Carpenter und G. Harford-Bottersby: The Hexateuch 1900, I 190. 4 The Book of Numbers 1927, XXV.