Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Gottesnamenfrage
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 408 (sequence 8)
- Language
- German
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408 Möglichkeit ausschließen, daß sie von Autoren verfaßt sind, die gewöhnlich JW oder Elohim für die Gottesbezeichnung brauchten. Aus all diesen Gründen ist es deshalb unmöglich anzunehmen, daß die späteren historischen Bücher aus dem Werk von J und E oder Schulen von JHWHisten und Elohisten zusammengesetzt sind. IV. Die vorangegangenen Abschnitte haben gezeigt, daß die Quellentheorie mehr als nutzlos ist, um für die Schwierigkeiten außerhalb des Pentateuchs eine Erklärung zu finden. Wir wollen jetzt sehen, wie weit sie auf den Pentateuch selbst anwendbar ist. 1. Die Einteilung in J, E und P hinterläßt einen offenkundigen Widerspruch zwischen Gen 4! und 426. Da die einzige der kritischen Schule bekannte exegetische Methode die ist, eine Zusammensetzung aus verschiedenen Quellen anzunehmen, sobald Schwierigkeiten auftreten, so ist es unmöglich gewesen, die Einheit der drei sehr bekannten Dokumente weiter aufrecht zu erhalten. ,,Es hat sich aber weiter gezeigt, daß auch das, was man unter J zusammenfaßte, keine ursprüngliche Einheit ist. So ist J heute ein Sammelname“1. Eissfeldt hat infolgedessen vier Hauptquellen in Genesis: L, J, E und P und rechnet 4! zu L und 426 zu J. Die Tatsache, daß .nach 170 Jahren kritischer Arbeit die Quellentheoretiker noch immer bezüglich der Zahl ihrer Quellen und ihrer Abgrenzung unter sich disputieren, flößt gerade kein Vertrauen in ihre Methoden ein. 2. Selbst dann können die Tatsachen mit der Theorie nicht in Uebereinstimmung gebracht werden, denn a) JW kommt in Gen 17! und 21!b vor. Diese beiden Stellen wurden P. zugeschrieben. Holzinger, Procksch und Eissfeldt rechnen die erste Stelle zu dieser Quelle. Die letztere wird durch Holzinger P.? zugeschrieben, durch Eissfeldt E., obgleich ex hypothesi auch ihm ebensowenig erlaubt wäre JW in Genesis zu benutzen, oder J durch Procksch2. Selbstverständlich werden Redaktoren herangezogen, um sein Vorhandensein an dieser Stelle, aber ohne ein Atom von Wahrscheinlichkeit, zu erklären. Die Zuteilung von 21! ist von einem anderen Gesichtspunkt besonders interessant. Die Quellenkritiker rühmten sich stets, daß P ohne irgendwelche Zweifel nahezu bis zu einem Halbvers herausgelöst werden könnte und daß ihre Resultate sichere seien. Die Tatsachen bestätigen ihre Prahlereien gerade nicht. b) JW findet sich in Genesis 15!, 152, 22u, 2214, 277b. Holzinger rechnet die ersten beiden zu J + E; Eissfeldt bezieht 15! auf E und 152 zu J; Procksch schreibt 15! J und 152 E zu3. In 2018 liest Procksch mit dem samaritanischen Text und bw ej Elohim für das massoretische JW. Die meisten Kritiker schreiben den ganzen Vers einem Redaktor zu. 1 Holzinger S. 3. 2 Procksch schreibt la E zu, indem er JW in Elohim mit den Septuaginta =־ Kursiven fr ej d2 ändert. 3 Er läßt JW aus, indem er sich auf die Septuaginta-Zeugnisse M dptd2 bw al Boh. Eth. stützt.