Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 4 · p. Seite 405

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 4
Article
Zur Gottesnamenfrage
Date
1928-01-01
Page
Seite 405 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829951-2829956-2834768--48464-2834874
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

405 (S. 51/52). Der Korach-Psalter ist elohistisch, geradeso wie die pentateuchische Erzählung von Israel (E) elohistisch ist im Gegensatz zu J von Juda. Und so wie die israelitischen Prophezeiungen und Gesetzgebungen, so wurden auch die israelitischen Psalmen zum Gebrauch im Tempel von Jerusalem herausgegeben. Zuweilen ist JW für Elohim eingesetzt worden usw. (S. 64). Daß es israelitische Psalmen in dem Buch der Psalmen gibt, ist unzweifelhaft; aber eine kurze Betrachtung genügt schon, um zu zeigen, daß die Theorie von Peters ihre Tatsachen nicht erklären wird. Wenn wir Psalm 80 und 81 als typische Nordpsalmen nehmen, so sehen wir sofort die ganze Hypothese zusammenfallen. In Psalm 80 finden wir JW (5, 15, 20). Dies befindet sich zwar in einem Refrain und man kann annehmen, daß dies während der Herausgabe gelitten hatte. Aber unglücklicherweise finden wir auch das ungrammatikalische 20 ,15 ,8 ,5) אלר\ם צבאות). Da dies nicht ursprünglich gestanden haben kann, müssen wir folgern, daß irgend eine Bearbeitung der Gottesbezeichnung stattgefunden hat, die zu dieser grammatikalischen Unmöglichkeit führte und daß in diesem Fall Elohim nicht der echte Text ist. In 81u finden wir den Satz ,,ich bin JW dein Gott, der dich aus dem Lande Aegypten geführt hat/' Angesichts der engen Parallelen bei dem aus Norden stammenden Propheten Hosea (1210, 134) scheint hier JW ursprünglich zu sein. In der Tat lassen diese Psalmen, Arnos und Hosea und die Nordberichte in den Königen (Elia und Elisa) und die Richter keinen Zweifel in bezug auf den allgemeinen Gebrauch des Gottesnamens im nördlichen Reiche zu. Die wahre reductio ad absurdum der Hypothese jedoch ist in ihrer Anwendung auf Samuel-Könige und Chronik zu finden, denn das letztere Buch kann ganz gewiß nicht dem nördliehen Israel zugeschrieben werden. Wenn wir daher Stellen finden, in denen Samuel-Könige JW hat und die Chroniken Elohim (z. B. I Chr. 138, 1312, 1314 gegenüber II Sam 6) können wir die beiden Bücher nicht verschiedenen Reichen zuschreiben. Die ganze Erklärung fällt hier vollständig zusammen, und es muß eingeräumt werden, daß, welches auch die Verdienste der Hypothese für den• Pentateuch sein mag, sie jedenfalls auf eine bedeutende Zahl von Tatsachen, die sich in anderen Teilen der Bibel finden, unanwendbar ist. Andererseits schreibt Waldo S. Pratt von manchen Psalmen: ,,Der gegenwärtige Elohismus ist auf etwas aufgelegt worden, das man zu ändern für gut hielt"1. Die unten in V auseinandergesetzten Ansichten in bezug auf den Pentateuch werden auch zugleich das Phänomen der Psalmen erklären, wie auch die verschiedenen Gottesbezeichnungen in Ri 54 ff. und Psalm 688 ff. III. Wenn die J und E-Hypothese nichts dazu beitragen kann, den Gebrauch der Gottesbezeichnungen in den historischen Büchern zu 1 Journal of Biblical Literature 83. 1914, S. 18.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.