Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Judentaufen von Papst Klemens XI. 1704 in eigener Person vollzogen
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 400 (sequence 6)
- Language
- German
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400 Genannten auf den Knien an der Bailustrade hörten, wo sie nicht ohne Hingabe und Tränenerguß die allerheiligste Kommunion empfingen; hierbei wurde bemerkt, wie das junge Mädchen nach Empfang des heiligen Sakraments sich bis auf die Erde beugte. Nach beendeter Messe und nachdem der Papst die heiligen Gewänder abgelegt, schritt er zum Altäre der allerheiligsten Apostel, gefolgt von den Getauften, wo nach den gewohnten Gebeten ihnen die heiligen Reliquien der Lanze, des Kreuzes und des heiligen Antlitzes gezeigt wurden. Hierauf machte sich seine Heiligkeit mit allen Kardinalen auf den Weg zu den Gemächern Raphaels, in einiger Entfernung von den Getauften gefolgt, wo in dem Saale ein vornehmes und reichliches Prunkmahl angerichtet war, und sich auch die Königin eingefunden hatte. Alle drei Getauften nahmen nun an der Tafel Platz und wurden von seiner Heiligkeit selbst bedient. Der Papst reichte nun jedem von ihnen den ersten Trunk Weines; als er dann bemerkte, daß seine Gegenwart die drei in Verlegenheit setzte, sagte er einem der sechs beiwohnenden Kardinale, er wollte sich zurückziehen, wie er denn auch tat. Und bald darauf, nachdem ihre Majestät die Königin ebenfalls an der Tafel bedient hatte, entfernte sie sich, um sich nach ihrem königlichen Palast zu begeben, während die obengenannten sechs Kardinale zur Bedienung an der Tafel verblieben. Nach Beendigung der Tafel verblieben die drei Getauften bis spät im Vatikanischen Palast, wo sie sich dann verabschiedeten und vom Papste den Segan empfingen. Hierauf begaben sie sich, um der königlichen Majestät von Polen Dank abzustatten, wo sie von neuem Geschenke erhielten; von dort in den Palast seiner Eminenz des Kardinals Ottoboni, der sie ebenfalls beschenkte. Und zwar waren die Geschenke, die sie erhielten, folgende: Geschenke, die sie vom Papste und von den andern, die an der genannten heiligen Handlung teilnahmen, erhielten. Es erhielt Elemente Cosimo vom genannten Papste allmonatlich für die Dauer seines Lebens 20 Scudi (gleich 100 ital. Lire, aber nach dem heutigen Geldstande 500—1000) und eine Samtbörse mit 100 Goldscudi, einen herrlichen Kranz von Edelsteinen mit einer großen Medaille von Goldfiligran und 2 Medaillen, die eine von Gold, die andere von Silber mit dem Bildnis seiner Heiligkeit. Vom Großherzog von Toskana ein goldenes Großkreuz mit Diamanten von hohem Werte reich verziert. Die Gemahlin erhielt von seiner Heiligkeit eine Pension von einer Ripa- Rente von 5 Scudi monatlich und ebenfalls eine Samtbörse mit 100 Gold-Scudi und Juwelenkranz mit Goldmedaille, außerdem zwei andere, die eine von Gold, die andere von Silber, ebenfalls mit dem Bildnis seiner Heiligkeit. Von der Königin von Polen eine goldene Uhr mit dicken Diamanten von großem Wert besetzt. Von der Frau Herzogin Mattei einen Achatkranz mit goldener Medaille. Die Tochter des Ehepaars erhielt gleichfalls von seiner Heiligkeit den Teil der Ripa-Rente und 100 Gold-Scudi in einer Samtbörse, einen Juwelenkranz mit goldener Medaille sowie zwei Medaillen, eine goldene und eine silberne. Von seiner Eminenz Ottoboni einen Ring mit Diamantrose von vollendeter Schönheit, im Werte von 1000 Scudi, und von der Herzogin Mattei einen Achatkranz mit goldener Medaille. Bei dem Besuch, welchen sie dem Kardinal Ottoboni machten, um ihm Dank abzustatten, wurden ihnen von seiner Eminenz überreicht: eine ׳Schale