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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 4 · p. Seite 393

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 4
Article
Eine angeblich korrupte Borajta
Date
1928-01-01
Page
Seite 393 (sequence 3)
Language
German
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393 Siegelringes1, später banden sie Juden an die Fußstelle des Bettes2. Hier wurden Gegenstände oder Personen an die Fußstelle des Bettes gebunden, u. z. im Fruchtbarkeitszauber. Eine solche groteske Schilderung wird wohl nicht aus der Luft gegriffen sein, sondern auf geschichtlicher Ueberlieferung beruhen. Ringe mit Figuren sind im Liebeszauber wohlbelegt. 5. Eine der in Nr. 2 ähnlichen Borajta3 lehrt, daß היה כתוב על ידות הכלים וצל כרעי הבוטה הרי זה יגוד ויגנוז. Auch hier wird vom Tetragrammaton auf dem Fuße des Bettes gesprochen. Ferner wie in der Borajta Beza, die den Ausgangspunkt unserer Diskussion bildet, werden כלים und כרעי המטה zusammengestellt. 6. m. Sukka 11, 2 heißt es הסומך את סופתו בכרעי המטה כשדה. Hier ist allerdings eine abergläubische Verwendung der כרעי המטה nicht nachweisbar, aber nach den bisherigen Erfahrungen nicht ausgeschlossen, besonders wenn man bedenkt, daß die Laubhütte als Schutz gegen Dämonen gedacht wurde4. 7. Eine Borajta (Tosefta, ed. Zuckermandel 472) lehrt im Namen des R. Simon ben Eieazar: היה שם לגין מלא וקשור בכרעי המטה ואין הגוי יודע בו מותר. Der Zweck dieses Bindens an den Fuß des Bettes ist nicht angegeben, kann nur vermutet werden. 8. R. Jose der Galiläer sagte, daß die Israeliten in Aegypten das Pessachlamm an den Fuß des Bettes gebunden haben5. Hier liegt der Abwehrgedanke für jeden, der von Religionsgeschichte etwas gehört hat, auf der Hand. 9. R. Eieazar b. Pedath und R. Jochanan b. Nappacha streiten darüber, ob man hadrijanische Töpferwaren6 dazu benützen darf, um לסמוך בו כרעי המיטה. R. Eieazar verbietet, R. Jochanan erlaubt7. Die Meinungsverschiedenheit der Amoräer macht den Gebrauch oder das Verbot von den Ueberresten des Weines darin abhängig. Gegen die magische Praxis wird kein Einspruch erhoben. Daß Scherben 1 Levy, HWB s. v. בילמיא, vgl. Kobut II 99 B, Jastrow, 172 B. von ברר, Klumpen, Krauss, Lehnw. II 150, Stein. 2 Vgl. b. aittin 58a. מעיקרא חשובי־ דרומאי הוו נקטי־ בליוכא דגושפנקא ומשמשי־ ערכייהו מכאן ואילך מייתו בני ישראל ואסרי בכרעי דפורייהו ומשמשיי, Vg1. jaikut Shimeoni zu Lam. 4, 2, ed. Buber in Midrasch Zutta, Berlin 1894, S. 1701. ביליונא, D. Golomb in אוצר החיים HI, 5687, 107, zitiert Haj Gaon zu Kelim XVIII 5 zu מלבן. 3 b. Arakin 6a, mit pm eingeführt, cf. b. Sabbat 61 B. 4 R. Levi, Pesikta Buber 187, Seder R. Amram 43 B, vgl. auch Büchler, J. Q. R. 20, S. 211. Auch das Schemagebet wehrt Dämonen ab, pal Ber. 2d, bei den Persern durch Rezitation der Heil. Sehr. Gebete im Avesta, s. Böcklen, Verwandtschaft 130, ferner b. Ber. 5a, b, Kidd. 29 B, pal. Pea 21 B, Shek. 49 B. Jellinek, Beth ha Midrasch I 34. Auch gewisse Zeiten, wie der Pessachatend etc. sind frei von Dämonen, vgl. b. Pes. III B 112 B, b. Sabbat 24 B (Freitag abends). 5 So Mech. des RS ben Jochai S. 10. Pesikta RK. ed. Buber S. 55a liest R. Jochanan, Handschriften des Midrasch ha Gadoi lesen, wie Mech. RS ben Jochai. 6 So S. Krauss, Lehnw. II 222. Töpferwaren aus einer Stadt in Mysien, gegen b. AZ 32 a הרם של הדריכום קיסר Jastrow denkt an die italienische Stadt Adria. Das Verbot dieser Töpfe ist bereits in der Mischna Ab. Zara c. 2, 29 B enthalten. 7 Pal. Orla III 1, b. AZ 32a.

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