Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Aus ostjüdischer Geschichte [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 340 (sequence 4)
- Language
- German
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340 Krone 18, Tütz 8 und ein Privatmann mit 6 Gulden halfen. 1781/2 wurde sie durch einen Brand heimgesucht und 1789 mit der Tauche wieder aufgebaut. 1797 wurde das Hospital errichtet (das. S. 80b—188b). Man zählte 1792 48 Judenhäuser (Meyer, Gesch. d. Landes Pos., Pos. 1881, S. 267). Die Schuldenlast betrug 600 Thlr. an Privatkreditoren, 1000 poln. Gulden und 2000 Tympfen an Kirchen, 29 888 Gulden an Klöster (Zeitschr. f. Demogr. u. Statist, d. J., Berlin 1914, X 28). Noch 1869 waren 900 Thlr. nicht abgetragen (Allgem. Zeit, des Judent. 1869 S. 19). Die Starostei erhielt 590 Gulden (98 Thlr.) jährlich (Aus dem Pos. Lande, Lissa 1915, X 492). In einem Protokoll aus der Zeit der preuß. Besitznahme wurde den Schneidemühler Juden vorgeworfen, daß sie den Woll- und Tuchhandel monopolisieren, fremde Juden davon ausschließen und die Löhne der Tuchmacher drücken (Aus d. Pos. Lande a. a. O., Zeitschr. d. hist. Ges. f. d. Netze-Distr. 1895 S. 21 ff.). Bin städtisches Privilegium de non tolerandis Judaeis scheint nicht existiert zu haben (Zeitschr. d. hist. Ges. f. d. Pr. Pos. XXI 148 Anm. 1, Warschauer, Die städt. Archive in d. Pr. Pos. S. 235). 1813 gehörte Schneidemühl zum Herzogtum Warschau, und die Judenschaft hatte durch Zahlung der Rekrutensteuer vom Militärdienste sich befreit. Das hinderte nicht, daß ein jüd. Freiwilliger auf preußischer Seite kämpfte (Monatsschr. 1906 S. 226). Im Geh. Staatsarch. Berlin, Generaldirekt. Westpr. Netzedistr. Titel CXXVI Prozeßsachen 294 liegen Akten hetr. d. Niederschlagungsgesuch des ,,englischen Lederfabrikanten“ David Leopold Schwager [Jude?], daselbst Städtesachen Stadt Schneidemühl Sect. V Juden- Sachen; das. Rep. 77 Minister des Innern Tit. 30 Judensachen Schneidemühl 1 handelt über Erwerb von Grundstücken durch Juden in Schn. 1817/31 (Grenzmärk. Heimatblätter, erstes Sonderheft, Schneidern. 1926, S. 7, 23). Der Errichtung einer öffentl. jüd. Volksschule hat die Gemeinde 1827/9, einer Gutmeinung R. Akiba Egers folgend, sich mit Erfolg erwehrt (Lewin, Landessyn. S.*66, Handschrift in meinem Bes. Nr. 331). Die Flottwellsche Gesetzgebung von 1833 brach natürlich auch diesen Widerstand. 1910 wurde die Schule aufgelöst (Aus d. Pos. Lande 1910 S. 342). Ueber die religiösen Kämpfe der Jahre 1848 ff. s. Fürst, Literaturblatt des Orients 1848 S. 671, Orient 1849 S. 15, 1850 S. 75, Zeit, des Judent. 1903 S. 246. Der Rabbiner R. Meir b. Eljakim Götz trat sein Schneidemühler Rabbinat nicht vor 1640 an, noch am 4. Elul d. J. Unterzeichnete er als Pos. Rabbinatsassessor (Pos. Sef. hasichr. III 85 [86] b). Im רפדוני בתפוחים, Podgorze bei Krakau 1896, S. 7a befindet sich von ihm die Erklärung einer Talmudstelle. R. Menachem Nachum Sak unterz. als Plotzker Rabbiner 12. Tebeth 1683/4 d. Flugschrift באר עשק der Vierländersynode zugunsten R. David Lidas (האשכול III 217, 219). Am 17. Siwan 1691 wird er als bereits verstorben bezeichnet (דעת קדושים, Petersb. 1897/8, S. 8 ff., 43, עיר ווילכא, Wilna 1900, S. 164 f., wo weiteres über die Familie). 1689 wirkte ein nicht namhaft gemachter Rabbiner in S., dessen Mutter Teckel in Pos. die Witwe des damals bereits verstorbenen במהור״ר ליבשמשפג׳־ל war (Archiv d. Synagogengem. Pos. Sef. hasichr. II S. la). Näheres über den Rabbiner R. Jeh. Löb b. Sal. s. noch שם יעקב, Frankf. a. O. 1716, S. 56a, 60a, אורי וישעי, Berlin 1714, S. 31b, 57b, Löwenstein, Index approbationum, Berlin 1923, S. 105, wonach er bereits 1691 in Schn, amtierte, und wo die Approbationen zu חוקי חיים u. חוקי דעת, Berlin 1699/1700, vom 18. Ijar 1699 u. מקור החיים, Fürth 1697, vom 16. Adar 1695 fehlen. Die Angaben Branns S. 22 f. über Lobs Frau stehen nicht im Einklang mit Hock, die Familien Prags, Preßburg 1892, S. 375 [falsche Paginierung I]. R. Saul Broda amtierte in Schn, noch am 1. Adar 1719 (Löwenstein S. 38). Vgl. über ihn noch שם יעקב S. 3b, 43a, 64b. R. Naftali Herz s. weiteres Löwenstein S. 147 f., wo 5שמ טוב קטן Berlin 1740, u. חידושי מהרשיא, Berlin 1755, fehlen, Monatsschr. 1927 S. 288 und Maggid, Zur Gesch. u. Genealog, der Günzburge, Petersb. 1899 S. 172, der ihn vermutungsweise dort einreihen will. Sein Schüler war der am 27. Siwan 1770 d. חגורת שמואל, Frankf. a. O. 1772, approbierende Chodziesener (Kolmar i. P.) Rabbiner R. Ghajim. Das im Gesamtarchiv liegende Gemeindebuch erwähnt bereits am 6. Ab 1757 einen nicht namhaft gemachten Rabbiner (S. 7b). Der in den Zwischen feiert agen des Pessach 1758 unterzeichnende heißt nicht, wie bei Brann und Heppner-Herzberg, R. Meir b. Mord. ז״ק sondern מאיר באמוהיה מוהרר״א הלוי דל, wie deutlich im Gemeindeb. S. 9b, 18a steht. Möglich, daß sein Vater Aron hieß, wie bei Brann Anm. 50. 1765 gab es in der Gern, neben dem Rabbiner noch einen Prediger (Gemeindeb. von Deutsch* Krone Bl. 149). R. Mose Moreh Zedek nennt sich ,,Rabbiner Moses Miphal“