Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdisches, besonders jüdische Eigennamen im Koran im Lichte zweier neuer Arbeiten von Josef Horovitz [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 331 (sequence 4)
- Language
- German
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331 :Säras Namen führen arabische Jüdinnen schon in vorislamischer Zeit (H. U. C. A. 161). Sadüm für Sodom tritt erst später auf, Muhammed bezeichnet Sodom und Amöra als a 1 - m u’ t a f i k a , die umgestürzten Städte, entsprechend dem hebr. מהפכה, das in der Bibel eben von diesen Städten ausgesagt wird. Schließlich stellt Hör. in einem Anhang ,,außerkoranisehe Namen jüdischer und christlicher Herkunft aus vorislamischer Zeit“ zusammen: so Aschja und Sa‘ja aus Jeschaja; Urischalam: Jerusalem; Ba{a באטי Aboda zara 76b; Hanna חכה; Haija חייא; Al־Haiqär (Achiqär); Za'üra זעירא; Saläm שלום; Sallam, entweder ebenfalls שלום oder Kürzung aus Sulaiman; Sim£an und Simüna שמעון; Samau‘al שמואל, später Schamwil; Sihjaun ציון; ^ura• צוריאל ,צורי; £urija צוריה; ‘Adija עדיה; Al-Fitjaun, der jüdische König von Medina; Finhäs פנחס; al-Kahinän הכוהנים die *beiden jüdischen Stämme an-Nadir und Quraiza; Lubnän: Libanon; Matta מתי oder אמתי; Nabtal (fraglich ob נפתלי); an-Nafthäm b. Tanhüm viel. Menachem b. Tanchüm; Jamin-Ben jamin; Jehuda יהודה; Jascha‘ יהושע. Schlußbemerkungen. Hör. trägt sein Urteil über die bisherigen Forschungen sowie die Fülle der Ergebnisse seiner eigenen Untersuchungen mit solcher wissenschaftlicher Behutsamkeit vor, daß seine Arbeiten vielfacher Anerkennung und nur sehr geringem Widerspruch begegnen dürften. Wo sich Bedenken, gegen seine Aufstellungen erheben, fühlt er selbst sie allererst, — so z. B., vr0 er h u k m, n u b u w w a und k i t ä b als תורה נביאים וכתיבים deutet (K. U. 73). Nur ganz weniges sei angemerkt. E. U. G. A. 186 meint Hör., die Juden kennen für Auferstehung bloß den Ausdruck תח״ית המתים. In Wirklichkeit wird in diesem Sinne aram. •נחמתא ganz wie im Syrischen gebraucht. Freilich wird hierdurch Hor.s Fest- Stellung nicht erschüttert, daß koranisches qi j am a dem östlichen Christentum entlehnt ist. Zu den Koranischen Untersuchungen, S. 47, 50. Es scheint mir unnötig, Bibelverse anzuführen, in denen Abraham, Aron, Moses, Elijahn als Propheten bezeichnet werden. Schon die alte Aggada zeigt das Bestreben, die Prophetie auf die Erzväter, sogar auf die Erzmütter auszudehnen (Gen R 67 zu Gen 2742 ed. Theodor 765, Jacob Horovitz, Die Josephserzählung, Frankfurt 1921, S. 96). Der Koran führt nun dieses Bestreben fort und macht z. B. auch Noe, Ismael, die zwölf Stämme, Hijob und Salomo zu Propheten (IV S. 161). Unter aggadisch-islamischer Einwirkung führt Maimuni auch Schern, Eber, Metüschelach, Henoch, die Patriarchen, Levi, Kehat, Amram in der Reihe der Propheten an (More II, 39). — S. 55. Statt Tauchuma ed. Buber 63 genauer Tanch. Gen. ed. Buber 63. — S. 71. Für das einzige wörtliche Zitat XXI Sure 105 aus Psalm 7 329 wäre auf Nöldeke-Schwally I, 9 hinzuweisen; für die verblüffende Uebereinstimmung von V. Sure 35 mit der Mischna IV, 5 שכל המאבד נפש אחת מישראל מעלה עליו הכתוב כאילו איבד עולם מלא auch Geiger, Was hat Muhammed (2. Aufl. S. 102) anzuführen. — S. 79. Daß Hüd, £älih, Schueaib der Phantasie Muhammeds entstammen, scheint mir bei seiner Behutsamkeit unwahrscheinlich. — S. Ii6. Für die Salomosage wäre auch John D. Seymour, Tales of King Salomon, Oxford-London 1924, anzugeben. — S. 127. Zu Usa'ir könnte auch REJ 1904 XLIX 207—213• erwähnt werden. — S. 128 wTäre ein besonderer Artikel für ‘Aziz einzufügen ־ (der S. 113, 114 nur nebenbei berührt wird), wenn schon Ki-fcfir (Potiphar) keiner gewidmet wird (siehe meinen Artikel Kitfir in der Enzyklopädie des Islam). Vielleicht könnte auch berührt werden, daß der Namen und die wesentlichen Züge Zulejkas auch ins Sefer hajjaschar eingedrungen sind. — S. 146. Zu Nüh siehe auch Goldziher ZDMG 1870 XXIV 207—211. — S. 165. An-Nahäm erinnert eher an Nächum als an Menachem. — S. 165. Zu Jüscha6: im XVIII. Bande des Autorromans heißt der Messias, den die Juden von Chajbar erwarten: Juscha‘ al־akbar, der große Josua (Siehe REJ 1927 LXXXIV 113—135). Alle Rätsel werden freilich auch durch die trefflichen Arbeiten von Horovitz nicht gelöst. A p h ä b al-uhdüd, a ghäb al11־idschr, a 5 h ä b a r ־ r a s s , aghäb ar-raqim, Dzu-l-Kifl bleiben dunkel. Aber was man heute über Jüdisches im Koran wissen kann, das faßt Hör. zusammen und ergänzt es reichlich. Er bietet streng Philologisches. Doch dürfte vielleicht auch unsere Besprechung schon ahnen lassen, welche