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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 3 · p. Seite 329

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 3
Article
Jüdisches, besonders jüdische Eigennamen im Koran im Lichte zweier neuer Arbeiten von Josef Horovitz [Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 329 (sequence 2)
Language
German
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329 religiösen Gemeinschaften; das himmlische Buch; die offenbarten Schriften; der Koran. II. Die Koranischen Eigennamen: Einleitendes; die einzelnen Namen in der Reihenfolge des arabischen Alphabets. Anhang: Biblische und sonstige Namen jüdischer oder christlicher Herkunft in vorislamischer Zeit. Nachträge und Berichtigungen. Index der erklärten Wörter. Index der Koranstellen. Hör. untersucht genau den Aufbau der Erzählungen von den Gottesboten der Vorzeit im Koran. Er stellt folgendes Schema fest: ein Volk sündigt; der Gottesbote warnt vor Strafe; das Volk verhöhnt den Boten; das Volk wird vernichtet, der Bote gerettet. Hör. erinnert an das Schema von den Richtern in der Bibel: Israel tut, was böse ist in den Augen Gottes; Gott gibt sie in die Hände der Feinde; das Volk wendet sich zu Gott, es ersteht ihm ein Retter, ein Richter. Jud 21123־, I Sam 129-n. Diese Boten Gottes stehen an der Spitze einer Rangordnung, welche in folgender Linie aufsteigt: 1. gälihün, die Seligen, 2. schuhada, Zeugen, Bekenner (im späteren Sprachgebrauch Märtyrer), 3. giddiqün, die Gerechten, 4. nablün, rasülün, mursalün, die Propheten. Rasül, mursal entspricht dem ötcootoXoc;, Bibel oder jüdische Ueberlieferung nennt den Propheten niemals שליח. Wenn bei den Samaritanern Moses משה השליח heißt (K. U. 166), dürfte das als Einwirkung des Islam oder gar als Polemik gegen den Islam erklärt werden. Im Koran heißen rasül die Boten, ״welche zu einem bestimmten Volk oder zu einer bestimmten Gemeinschaft gesandt worden waren, insbesondere um sie vor dem drohenden Unheil zu warnen“. Nicht alle sind nablün. Niemals wird Hüd, (Jälih, Schu‘aib als nabi bezeichnet, diese Be- Zeichnung kommt eben nur den Uebermittlern der biblischen Offenbarung zu. Horovitz teilt Sprengers Auffassung, daß für Muhammed ״das Prophetentum ein in der Familie Noah-Abraham erblicher Adel ist“1. Sich selbst nennt Muh. erst in Medina nabi, freilich bald sogar den nabi, das Siegel der Propheten. Da Muh. die Bibel im getreuen Wortlaut nicht kannte, durfte er glauben, seine Verkündigung stimme vollkommen mit der Heiligen Schrift überein, vermöge sogar die Meinungsverschiedenheiten des Banü Israel zu schlichten. ״Als er später genauer mit dem biblischen Text bekannt“ wird, sieht er sich ״genötigt, gegen die ,Besitzer der Schrift‘ den Vorwurf zu erheben, sie rückten die Worte von ihrer Stelle“ (K. U. 76). Die Erzählungen der Vorzeit brauchte Muh. als Waffe im Kampfe der Gegenwart. So werden diese Glaubenshelden der Vorzeit zu Doppelgängern Muhammeds. ״Die Reden der Gottesboten der Vorzeit sind das Echo seiner eigenen, die Antworten und Vorwürfe, die deren Gegner erheben, der Widerhall dessen, was ihm in Mekka aus den Reihen seiner eigenen Feinde entgegentönte“ (K. U. 29, 30), ״so wenn Müsa durch Fir‘aun als magnün (von Dschinnen besessen) bezeichnet wird, wenn Ibrahim für das Heil seines zu den Irrenden gehörenden Vaters betet, oder wenn Nah zu hören bekommt, daß ihm nur die Schlechtesten folgten“ (K. U. 18). Kitab und bikma heißt im Koran die vormosaische Offenbarung, dieselbe, die auch den Muslims zuteil wird, da ja der Islam die Lehre Ibrahims erneuert. Dabei ist jedoch Hör. geneigt, die bikma auch der Thora gleichzusetzen, da die Aggada all das, was von der חכמה gerühmt wird, ohne weiteres auf die Thora überträgt. Wenn Muh. die Juden und Christen nicht nur ahl az-dzikr (K. U. 7), sondern häufiger ahl al-kitäb nennt, benennt er sie nach dem, dessen sie sich selbst bewußt waren. Was Muh. von der Bibel weiß, hat er von Juden und Christen gelernt. Wann und woher er je einen Eigennamen oder einen religiösen Begriff übernommen, das untersucht Hör. in seinen Wörterverzeichnissen, deren eines (in den K. U.) die Eigennamen, das andere (im H. U. C. A.) die Begriffs- Bezeichnungen bespricht2. Eigennamen. Sage und Legende hegen Scheu vor Unbestimmtem, Unbenanntem. Der späteren islamischen Legende gibt darum Muh. viel zu schaffen, da er dem 1 Die Auffassung entwickelte sich besonders reich im Traducianismus der Schi‘iten, welcher dann auf die Gestaltung der Lehre von der סנלה bei Judo Hallevi weiter wirkte. 2 Ueber die Letzteren siehe REJ 1928, LXXXV, 49—55.

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