Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Pentateuch-Frage
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 314 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829951-2829955-2834610--48341-2834727- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
314 Sinn, und wenn man das ganze Material sorgfältig prüft, ergibt sich folgende Anordnung als wahrscheinlich richtig: Num 12, 20!, 14-21, 21!20 ,18—16 ,14 ,13 ,3״a1־B, 22a, 214b-9, dann einige fehlende Verse, in denen die Kinder Israel zur Spitze des Golfes von Akabah kommen, und die von der Wendung nördlich von Elath und Ezion-geber berichten, dann 2022b214 ,29־a und ein paar verlorengegangene Worte über die Ankunft an dem Orte vor Obroth1. Bei dieser Reihenfolge wird 202-13 so spät angesetzt von dem Gesichtspunkt aus, daß die Beziehung auf den Tod vor dem Ewigen (Vers 3) eine Anspielung auf den Untergang Koras, Datans und Abirams bedeutet. Wenn ein anderer Vorfall betrachtet wird, könnte^ die Stelle etwas früher angesetzt werden. Dt 137könnte gedeutet werden, als stellte es das Ereignis während der Besprechung über den vor-־ geschlagenen Einfall von Süden dar, aber eine Rede braucht nicht notwendig die Ereignisse in chronologischer Reihenfolge zu gruppieren, und die Gedankenverbindung erklärt zur Genüge den Uebergang des Sprechers von einem Ereignis bei Kadesch zu einem andern, das sich an derselben Stelle innerhalb einiger Tage (oder Wochen) abspielte. Wahrscheinlich machten die Verluste einen Aufbruch von Kadesch solange unmöglich, bis die Verwundeten für den Weitermarsch hergestellt waren. Hier verhilft uns der Befehl, morgen kehrt zu machen, nicht dazu, die ursprüngliche Stellung von 202-13 zu bestimmen. In der Reisebeschreibung von Num 33 stellt Vers 40 eine späte Glosse dar, die nach den Septuaginta-Handschriften bzw. fortzulassen ist, und wir sollten uns wahrscheinlich zur Peschitto und zur Sahidischen Lesart bekennen, die als Monatszahl in Vers 38 ,,den ersten“ für ,,den fünften“ annehmen. Im Uebrigen ist die Reiseerzählung der heutigen Anordnung der Darstellung von Numerus angepaßt2. Bevor wir uns diesem Gegenstand zuwenden, muß auf die Unmöglichkeit der Annahme hingewiesen werden, daß die falsche An- Ordnung einem verantwortlichen Redaktor zuzuschreiben ist. Die Geschichte, die in diesen Kapiteln erzählt wird, war ursprünglich gerade und einleuchtend, konsequent und verständlich. Wer hätte absichtlich aus ihr das gemacht, was sie heute ist? Wie wollte man das Auseinanderreißen von Erzählungen und Versen begründen, die 1 Vergl. die ausführlichere Auseinandersetzung in Essays in Pentateuchal Criticism, S. 114—188. 2 Zwei alte Varianten verlangen hier Beachtung. Num 2023 verlegt das Sahi dis che den Berg Hör nach Mo ab statt nach Edom. Wenn das richtig ist, hat man den massoretischen Text dem heutigen Zusammenhang angepaßt. Die andere Lesart zeigt eine andere Anordnung. Entsprechend dem Hebräischen geschah die Ankunft in Kadesch (Num 20!) im ersten Monat, d. h. des dritten Jahres. Aber wahrscheinlich las die Vatikan-Handschrift B ursprünglich dritten ebenso wie die Kursiv p. Das würde bedeuten, des zweiten Jahres und für die Erzählung des Deuteronomium passen. Aber es würde schwerlich Zeit genug lassen für die Ereignisse, die Num 10u vom 20. Tage des 2. Monats berichtet werden, nämlich: 3 Tage-Reise (1033), Taberah (? keine Verzögerung des Marsches) (ll!^), ein Monat in Kibrothhattaavah (1120)י wenigstens eine Woche in Hazeroth (1214), Paran (132). Von diesen Ereignissen kann der Zwischenfall bei Taberah möglicherweise an falscher Stelle stehen (vergl. Essays, 96. Anmerkung), aber das würde die Schwierigkeit nicht wesentlich verringern.