Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Pentateuch-Frage
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 312 (sequence 21)
- Language
- German
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312 wir uns und brachen auf nach der Wüste, den Weg zum Schilfmeer, wie der Ewige zu mir gesprochen hatte: und wir zogen um das Gebirge Seir viele Tage. Dieselbe Erzählung finden wir Nun!; aber dort scheint ein Vers auseinandergerissen zu sein: Wendet Euch morgen und brechet auf nach der Wüste, auf dem Wege zum Schilfmeer, (1425), Und sie brachen auf von Kadesch (2022a); aber die Fortsetzung finden wir erst 214b: auf dem Wege zum Schilf meer, um das Land Edom zu umgehen. Es ist klar; daß der Schreiber des Deuteronomium die Erzählung aus Numerus in einer Form kannte, in der 2022a und 214כן eine fortlaufende Darstellung bildeten. Dies kann durch andere Ueberlegungen noch verstärkt werden. 1. Der dazwischenliegende Abschnitt besteht zum Teil aus der Erzählung vom Tode Arons, der ins 40. Jahr (Num 3338), nicht ins 3. Jahr gehört, und zum Teil aus der Schilderung des Feldzuges bei Arad, die, wie wir schon gesehen haben, an falscher Stelle steht.. 2. Das Deuteronomium läßt keinen Zweifel darüber zu, daß seit dem Aufbruch von Kadesch bis zum Uebers.chreiten des Baches Zered 38 Jahre vergangen sind. Aber in der heutigen Form der Erzählung in Num findet dies Ereignis im 40. Jahre, unmittelbar vor dem Tode Arons, am Berge Hör statt. 3. Der eingeschlagene Weg ist in der Tat sehr merkwürdig. Der Zug von Kadesch nach dem Berge Hör, durch Edom hindurch, ist ein seltsamer Beginn für eine Reise, die südwärts gehen soll. 4. Es gab überdies gar keinen Weg, den die Kinder Israel von Kadesch nach dem Berge Hör hätten einschlagen können, denn wir hören unmittelbar vorher von einer Bitte, durch das Gebiet Edoms ziehen zu dürfen, eine Bitte, die mit Waffengewalt abgewiesen wird (Num 2014-21). So weigerte sich Edom, Israel freien Durchzug durch sein Land zu gestatten, darum wandte Israel sich von ihm ab (2021). Jedoch nur von Kadesch (,,an der äußersten Grenze von Edom" 2016) nach dem Berge Hör (,,an der Grenze des Landes Edom" 3337) zu ziehen, würde augenscheinlich eine von drei Möglichkeiten einzuschlagen sein: a) ein Zug quer durch das Gebiet Edoms; b) ein Zug um Edom herum, nordwärts, wo die Kinder Israel großes Mißgeschick ereilte; c) ein Zug um Edom herum, südwärts. Dasselbe gilt, wenn der Berg Hör in Moab lag (siehe weiter unten!). Die erste Möglichkeit scheidet aus durch die Weigerung Edoms; die zweite fällt weg durch das große Unglück, das die Kinder Israel im Norden traf, und den Befehl, sich morgen nach Süden zu wenden; die dritte kommt nicht in Betracht durch die Tatsache, daß im heutigen Text die Umgehung Edoms auf den Zug nach dem Berge Hör folgt, 5. In der heutigen Anordnung der Erzählung wird der göttliche Befehl, sich südwärts zu wenden, 1425 erteilt, und er soll morgen ausgeführt werden. An diesem Tage ging das Volk zum Angriff über, und die daraus entstehenden Verluste lassen einen Aufschub in der Ausführung des Befehls für Wochen oder sogar für Monate als möglich erscheinen, der durch die Notwendigkeit, den Verwundeten Zeit zur Erholung zu gewähren, bedingt war. Aber in der heutigen Form der Erzählung bleiben die Kinder Israel danach in Kadesch.; Dann folgt der Zwischenfall mit dem Haderwasser, das Gesuch, durch Edom hindürchziehen zu dürfen in völliger Unkenntnis oder Miß-