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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 3 · p. Seite 311

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 3
Article
Zur Pentateuch-Frage
Date
1928-01-01
Page
Seite 311 (sequence 20)
Language
German
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311 Offenbar ist das die früheste Lesart, und es war nicht ursprünglich beabsichtigt, die Kapitel fortlaufend mit der historischen Erzählung zu verbinden. Als dies nun geschah, erregte die Ungleichmäßigkeit ihrer Sprache mit dem Aufenthaltsort Moses an der Stelle, wo man sie eingefügt hatte, Verwunderung und führte an der 1. in Betracht kommenden Stelle zu Berichtigungen, wenn auch der Originaltext in die andern unbemerkt hineingelangte1. § 7• Einige Kapitel von Num liefern ein Beweismaterial, das von ungeheurer Bedeutung ist für das Pentateuch-Problem und die Kenntnis der Geschichte. Num 21^3 lesen wir, daß Israel dem König von Arad eine wichtige Niederlage beibrachte und den Namen des Kampfortes Chorma nannte. Man hat längst erkannt, daß der Abschnitt an falscher Stelle steht, denn im nächsten Vers ziehen die Kinder Israel auf ihrem langen Rückzug weiter nach Süden. Das ist undenkbar nach einem Siege, der das Land in ihren Besitz gegeben hätte. Aber 1445 lesen wir von der Niederlage, die Dt l44f. wiederholt wird, und das finden wir im Einklang mit dem Bericht, daß der Feind Israel entscheidend schlug. Ueberdies steht hier im Hebräischen nach dem Chorma, d. h. es setzt die Kenntnis des Namens aus früheren Berichten voraus. Das ist ein deutlicher Bevreis dafür, daß 2143־, wo von der Namengebung berichtet wird, zeitlich früher anzusetzen ist als die Ereignisse, die in 14 erzählt werden. Deshalb ordnen wir, diesen Anhaltspunkt benutzend, die Erzählung um und setzen 2143־ früher an als 14. Wir finden dann, daß sowohl die historischen wie auch die literarischen Schwierigkeiten behoben sind. Räumung und Rückzug ergeben sich aus der folgenden Niederlage, nach der die Kinder Israel bis nach dem Chorma zurückgejagt werden. Diese Umstellung wird durch die Tatsache begründet, daß 1425 der Befehl erteilt worden war, sich morgen südwärts zu wenden, und es ist kaum wahrscheinlich, daß man die Kinder Israel kämpfend bei Arad finden würde, nördlich des Schauplatzes, an dem der Befehl gegeben wurde. Griffiths führt diese Punkte so deutlich aus, daß es angebracht sein mag, angesichts der Schwierigkeit des Problems ihn zu zitieren. Die Erwähnung von dem Chorma 1445 vor der Namensgebung 213 heißt den Wagen vor das Pferd spannen. Die Räumung des Gebietes von Arad durch die siegreichen Israeliten ohne Angabe eines Grundes ist unverständlich. Ebenso unverständlich ist ihr Feldzug dort, mehrere Meilen nördlich von Kadesch, nachdem der Befehl, sich morgen rück־ wärts zu wenden, erteilt worden ist. Der Erzähler stellt sich doch nicht vor, daß Mose den'Befehl 38 Jahre lang unbeachtet lassen wird2. Auch Dt 140 und 2X lesen wir: Ihr aber wendet Euch und brechet auf nach der Wüste, den Weg zum Schilfmeer . . Dann wandten 1 Die obigen Abschnitte stammen im wesentlichen aus Nieuwe Theo• logischen Studien, 1923, S. 207—209. 2 The Exodus in the light of Archaeology, 1923, S. 32 i.

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