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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 3 · p. Seite 310

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 3
Article
Zur Pentateuch-Frage
Date
1928-01-01
Page
Seite 310 (sequence 19)
Language
German
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310 Reihe neuer Fragen. Was ist über die heutige Fortsetzung dieser Befehle Ex 35—40 zu sagen? Die Quellenkritiker schrieben die Kapitel über das Stiftszelt ihrer Priesterschrift zu. Sie behaupteten, sie seien sekundären Ursprungs und gehörten zu einer späteren Schicht des P; aber sie gaben keinen Grund für ihre Einordnung an. Ich glaube auch, daß sie nicht ursprünglich sind — wie ich zu dieser Auffassung gekommen bin, soll sogleich dargelegt werden — aber der Grund für ihre Abfassung scheint mir sehr verständlich zu sein: die Sammlung von Schriftstücken hatte Schaden erlitten, und der ursprüngliche Bericht der Ausführung von Ex 25 ff. war gänzlich zerstört worden, bis auf diesen einen fragmentarischen Vers: Num 789. Man fühlte die Lücke, und man suchte, sie auszufüllen nach Grund- Sätzen, die den Herausgebern dieser Zeit unumstößlich erschienen sein müssen. Da Gott befohlen hatte, müssen Mose und das Volk unbedingt wörtlich gehorcht haben. Wie hätte eine wortwörtliche Wiederholung der Befehle, nur mit der notwendigen Aenderung der Person usw., verfehlen können, die Wahrheit darzustellen? Die Hauptgründe für die Annahme, daß diese Kapitel sekundären Ursprungs sind, scheinen mir folgende zu sein: 1. Ex 3 soll der Beitrag von einem halben Schekel pro Kopf ein Lösegeld sein, wenn du sie zählst, dann und erst dann. Aber 3725 ff. wurde der Betrag zum Bau des Stiftszeltes verwandt. Die Zählung jedoch folgte erst auf die Errichtung dieser Anbetungsstätte und hatte daher noch nicht stattgefunden. So verwendet also die Erzählung ein Lösegeld, das noch gar nicht empfangen worden ist. 2. 3016 wird das Geld zum Dienst des Stiftszeltes bestimmt, aber in den späteren Kapiteln wird es zu seinem Bau verwandt. 3. Dt 103 steht der Bau der Bundeslade vor der zweiten Be- Steigung des Berges. Das steht zu diesen Kapiteln in Widerspruch. 4. Der LXX-Text dieser Kapitel zeigt die auffallendste Abweichung vom Hebräischen. Es leuchtet ein, daß die Rezension des Textes, wie sie im massoretischen Text vorliegt, zur Zeit der Uebersetzung dieser Kapitel noch nicht zu allgemeiner Kenntnis gekommen war. Man wird sehen, daß alle diese Schwierigkeiten verschwinden, wenn man sich zu der vorgeschlagenen Ansicht bekennt. Weiterhin scheint die heutige Anordnung von Ex 25-31 der Absicht zu entspringen, alle Verordnungen für das Stiftszelt zusammenzustellen. Es gibt eine merkwürdige Bestätigung dafür in einer frühen Lesart, die erhalten ist. Die Ausdrucksw^eise von Ex 2540, 2630, 278 ist nicht ohne weiteres zu vereinen mit der Anwesenheit Moses auf dem Berge zur Zeit, da diese Befehle gegeben wurden. ,,Die dir gezeigt worden sind (oder gezeigt werden) auf dem Berge“ — ist eine Ausdrucks weise, die nicht angewandt worden sein konnte bei einer Unterredung auf dem Berge selbst. Doch in 259 liest unser hebräischer Text Ich zeige dir, während die Vulgata an dieser Stelle Ich werde dir zeigen hat, der Armenische und Bohairische Text Ich werde dir auf dem Berge zeigen haben.

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