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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 3 · p. Seite 308

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 3
Article
Zur Pentateuch-Frage
Date
1928-01-01
Page
Seite 308 (sequence 17)
Language
German
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308 des Stiftszeltes, sein Material, sein Gewicht, seine Größe, seine Kompliziertheit, machten es einem einzigen Menschen unmöglich, es fortzuschaffen. Ueberdies beweisen die andern Aeußerungen zu der Stelle, daß die Bestimmung dieses Zeltes von der des Stiftszeltes in gewissem Sinne ganz verschieden war. Wenn Mose ins Lager zurückkehrte, pflegte sein Diener Josua im Zelte zu bleiben. Dieser stand natürlich in keiner Beziehung zur Bundeslade, dem Kult oder der Priesterschaft. Er ist niemals an der Verrichtung einer priesterlichen Pflicht irgendwelcher Art beteiligt. Er ist ein Laie unter Laien. Es ist undenkbar, daß man die Bedachung der Bundeslade hätte fortnehmen und außerhalb des Lagers errichten können, damit Josua darin sitzen konnte. Nachdem die Bundeslade gebaut war, wurde sie in das Stiftszelt getragen, von dem in den Schlußkapiteln von Ex die Rede ist. Aber dies stand innerhalb des Lagers, nicht außerhalb; es wurde von Priestern bedient, nicht von Josua1, und es war im Ganzen großartiger gebaut als das in unserer Stelle erwähnte Zelt. Trotz der Gleichheit der Bezeichnung können wir daher doch nicht auf die Gleichheit der Gegenstände schließen. Und da zwei Zelte, die denselben Namen führen, nicht gleichzeitig in Gebrauch gewesen sein können, müssen wir folgern, daß diese Stelle von einem früheren Zelt spricht. Die Gleichheit des Namens ist leicht zu erklären: in beiden erschien der Ewige Mose. In dieser Stelle lesen wir zu diesem Zweck von dem Herabsteigen der Wolkensäule (Ex 339); und wenn von dem späteren Zelt die Rede ist, wird dieser charakteristische Zug bestätigt durch Ex 2522 (cp 2942f., Num 789, Lev 1! usw). Vom Augenblick seiner Errichtung ab hat es in bezug auf unsre Stelle das Zelt ersetzt. Schon aus diesem Grunde sollte Ex 337־n früher angesetzt werden. Es gibt noch andere Anhaltspunkte, die zu demselben Schluß führen. Von Josua ist hier in einer Form die Rede, die mehr einer ersten Einführung entspricht; aber in Stellen, die jetzt vorher stehen, wird er als eine Person behandelt, die dem Leser bereits bekannt ist (Ex 179-14, 2413, 3217). Ursprünglich muß unsere Erzählung diesen drei Stellen vorangegangen sein. Wenn wir uns nun von Josua den Handlungen selbst zuwenden, kommen wir zu demselben Ergebnis. In der gegenwärtigen An- Ordnung des Textes ist es erstaunlich, Mose in 2414 damit beschäftigt zu finden, einstweilige Anordnungen für eine Rechtsprechung zu treffen, da vorher nirgends die regelmäßige Ausübung dieser Tätigkeit erwähnt wird, die durch seine Abwesenheit unausführbar wurde. Das enthält jedoch 337-n. Räumt man dieser Stelle einen früheren Platz ein, so ist die Schwierigkeit behoben. Dasselbe gilt von ihren Beziehungen zu Ex 18, das, wie wir 1 Zu einem späteren Zeitpunkt sehen wir, daß an Josua der Befehl ergangen ist, sich im Zelte aufzuhalten (Dt 3l14). Hier stellt man sich nicht vor, daß er während der Abwesenheit Moses gewöhnlich im Zelte blieb, wie es in unserer Stelle, da von dem früheren Zelt die R,ede ist, der Fall gewesen war.

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