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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 3 · p. Seite 301

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 3
Article
Zur Pentateuch-Frage
Date
1928-01-01
Page
Seite 301 (sequence 10)
Language
German
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301 Lev 24^“4, 59־ sind zwei ־unverbundene Fragmente, die ihre heutige Stellung nur dem Zufall verdanken können. Lev 25 f. ist der Form nach ein Teil eines Bundesdokuments. Es wird jedoch durch die Eingangsworte nicht entsprechend eröffnet. Num II29-32 beginnt und endet ganz unvermittelt; die Stelle scheint unvollständig zu sein. ,,Bei einer Anzahl von Stellen können wir deutlich eine Unrichtigkeit erkennen, die von einer Lücke oder Umstellung herrührt, obgleich es unmöglich ist, genau zu sagen, was fehlt. So lesen wir in Ex 1525: ,,Dort machte er für ihn eine Satzung und ein Recht, und dort prüfte er ihn“. Im Zusammenhang gibt es nichts, das diese Angabe stützen könnte, und wir haben daher anscheinend eine Lücke oder (weniger wahrscheinlich) eine Umstellung vor uns. Auch Gott scheint mit ,,er“ gemeint zu sein, aber das Subjekt des letzten Verbs, das jetzt dieser Angabe vorangeht, ist Mose. In Ex 182 lesen wir: ,,Nachdem er sie weggeschickt hatte“, aber wir haben keinen Bericht darüber, daß Zippora weggeschickt worden ist.“1 Einen anderen einleuchtenden Fall liefert Num 82: ,,Wenn du die Lampen anzündest, werden die sieben Lampen leuchten an der Vorderseite des Leuchters“. Das ist ebenso sinnlos wie: ,,Wenn du deine Schuhe anziehst, werden deine Schuhe an deinen Füßen sein“. Die einzige Anregung zu einem möglichen Text geben späte Ab- Schriften der Vulgata; ihr Ursprung ist unbekannt. Im Kiementiner Text heißt es: ,,Cum posueris septem lucernas, candelabrum in australi parte erigatur. Hoc igitur praecipe ut lucernas contra boream e regione respiciant ad mensem panum propositionis, contra eam partem, quam candelabrum respicit lucere debebunt.“ C. Vercellone (Variae Lectiones, vol. 1 pp. 405 ff.) gelingt es in der Tat nachzuweisen, daß das nicht zu Jeromes Uebersetzung gehört2. Wenn es wirklich eine Erinnerung an die Lesart des Archetypus bewahrt, so ist die Lücke post-archetyp. Aber wir haben keinen Grund zu der Annahme, daß die Lesart alt sei. Num 1330: ,,Und Kaleb beschwichtigte das Volk gegen Mose und sagte (LXX, ,,Nein, aber“) wir werden sicherlich hinaufziehen“ — setzt eine Angabe über das Betragen des Volkes voraus, die verlorengegangen ist. Die historischen Rückblicke im Deuteronomium lassen ebenfalls Lücken im Text der früheren Bücher vermuten. Num enthält keinen Bericht von dem Uebereinkommen mit Edom für den Zug zur nördlichen Reise, über welches Dt 2r8 berichtet wird. Das Gebet für Aron, das Dt 920 überliefert ist, steht nicht in Ex; auch fehlt jede Angabe über den Bau der Bundeslade vor dem zweiten Aufenthalt am Sinai (Dt 103) und über das feindliche Verhalten Amaleks 2518. In einigen dieser Fälle könnte man Gründe angeben, die im ersten Augenblick plausibel erscheinen werden; aber das erweist sich bei näherem Studium als irrig. So könnte der Vorfall 1 Bibliotheca Sacra 1918, S. 91. 2 Dasselbe gilt für die Hinzufügung zum Vulgata-Text von SO«״ :־Atque dixerunt: Domine Deus audi clamarem hujus populi, et aperi eis tnesaurum tuum fontem aquae vivae, ut satiati cesset murmuratio eorum (after ,,faces“). Das sieht ekklesiastisch aus.

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