Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 3 · p. Seite 299

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 3
Article
Zur Pentateuch-Frage
Date
1928-01-01
Page
Seite 299 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829951-2829955-2834610--48326-2834712
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

299 berichtet. Der ganze Schlußteil von Num wird dem vermeintlichen P zugeteilt. Wie kann man auf Grund der Quellentheorie Erklärungen für diese Umstellung finden? Und wie ist es weiter möglich, daß die Töchter Zelophehads die Bitte aussprechen, die mit der Verteilung des Transjordan-Landes zusammenhängt (Num 27!-!!), da doch über diese Verteilung zum ersten Male Num 32 gesprochen wird? ,,Die Rede Dt 226—4 bringt das Material von Num in folgender Anordnung: Sihon (Num 2121ff.), Og (Num 2 133-35), Zuteilung ihrer Gebiete (Num 32) .... Befehl, den Berg Pisgah zu besteigen (Num 2713-14), Befehle für Josua (?!523־), Aufenthalt in dem Tale gegenüber Bethpeor (Num 25!). Es gibt immer Schwierigkeiten, wenn man eine Rede, in der die Anordnung der Ereignisse zum Teil rhetorischen Rücksichten entsprechen kann, mit einem historischen Bericht vergleicht, zumal man zugeben muß, daß bei diesem Beispiel die Anordnung im Deuteronomium starke Unterstützung in den Wahrscheinlichkeiten — oder besser Notwendigkeiten — des Falles findet. Wir haben gesehen, daß Num 2712 ff. zu früh, 32 zu spät angesetzt ist. Wie ist es möglich, die einfache Selbstverständlichkeit einer Anordnung zu verkennen, die die Zuteilung der Gebiete Sihons und Ogs hinter die Erzählung von ihrer Eroberung setzt, aber vor die Schlußszenen in der Geschichte Moses?'1י Wenn man einen Blick auf die Anordnung der Gesetze wirft, bei denen es keine erzählenden Hinweise gibt, ist man erstaunt, wie wenig angepaßt sie ist. Warum sollte z. B. Num lö!-^ oder irgendeins der Gesetze dieses Kapitels zwischen der Niederlage bei Hormah und der Geschichte Korahs stehen? Wer hätte absichtlich die Gesetze über die nationalen Opfer (Num 29 f.) und über Gelübde (Num 30) zwischen Josuas Ernennung und den Feldzug gegen Midian gesetzt? Wir haben bereits gesehen, daß die gegenseitige Anordnung dieser beiden Erzählungen zufällig und irrtümlich ist. A fortiori gilt dasselbe für die durchaus unangemessene Stellung der dazwischen liegenden Gesetzgebung. Die Beispiele darüber sind so zahlreich und bekannt, daß wir auf diesen Gegenstand nicht näher einzugehen brauchen. ־4 § Das bisher Gesagte beleuchtete die falsche Aneinanderreihung des Textes; der Text selbst scheint im Wesentlichen unverletzt zu sein. Wir müssen nun Beispiele untersuchen, bei denen Verstümmelung des Textes und falsche Stellung vorliegen. Sehr deutlich ist das Zeugnis von Num 789: ,,Und wenn Mose in das Stiftszelt ging, um mit ihm zu reden (in der vorangehenden Erzählung gibt es keinen Hinweis auf das ,,ihm“), hörte er die Stimme, die zu ihm sprach von dem Deckel herab, der auf der Lade des Zeugnisses war, von zwischen den beiden Cherubim: und sie sprach zu ihm“. Wäre das die Einleitung zu dem Folgenden gewesen, so hätte dastehen müssen ,,welche sagte“ und anschließend, was gesagt 1 Nieuwe Theologische Studien 1923, S. 202 f.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.