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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 3 · p. Seite 298

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 3
Article
Zur Pentateuch-Frage
Date
1928-01-01
Page
Seite 298 (sequence 7)
Language
German
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298 Es ist jedoch unmöglich zu sagen, wie oft wir sie anwenden dürfen bei einer großen Zahl von Schwierigkeiten, die der Pentateuch bietet. Es ist z. B. schwierig, den Standpunkt eines Mannes zu verstehen, der absichtlich Gen 38 an seine jetzige Stelle rückte, wo es den Zusammenhang der reizvollsten Erzählung des Pentateuch zerreißt. Im allgemeinen wird zugegeben, daß Ex 18 an einer falschen Stelle steht. Der Schauplatz der Erzählung ist der Horeb: aber im Kap. 17 sind die Kinder Israel in Rephidim, das sie bis 192 nicht verlassen. Auch behandelt Dt 19-17 die Rechtsorganisation, die hier eingeführt wurde, als eine Maßnahme, die aus dem Ende des Aufenthaltes am Horeb stammt. Die Vertreter der Quellentheorie vermögen für die unrichtige Stellung keinen vernünftigen Grund anzugeben. Ex337-u hat keinen sichtbaren Zusammenhang mit seiner jetzigen Umgebung. Es gehört irgendwo anders hin. Warum sollte es jemand von seinem richtigen Platz fortgenommen und ihm einen so ungeeigneten neuen gewählt haben? Es gibt zahlreiche Fälle, in denen ein späteres Ereignis vor einem früheren erzählt wird. Allgemein anerkannt ist, daß dieRebekka in Gen 26 nicht die Mutter von Zwillingen ist. Es sollte also 26^3 dem Kap. 2521-34 vorangehen. Hier kann man einen verständlichen Grund für die Anordnung vermuten. Es kann• wohl sein, daß die ursprüngliche Reihenfolge von jemandem geändert wurde, der glaubte, die Geburt der Kinder sollte so schnell als möglich nach dem Bericht von Isaks Heirat erzählt werden. Es gibt jedoch andere Beispiele, bei denen man eine solche Erklärung nicht gelten lassen kann. Der Priestersegen steht Num 62227־) aber Aron segnet das Volk bereits Lev 922 f. Er steht in keinerlei Zusammenhang mit dem Gesetz für den Nasir, das unmittelbar vorangeht. Keine Hypothese eines vernünftigen Planes wird erklären, wie er an seine jetzige Stellung geriet. Lev lx werden Gesetze erteilt aus dem Stiftszelt; 738 befinden wir uns am Sinai; in den folgenden zwei Kapiteln beschäftigen wir uns mit der nachherigen Weihe Arons; Lev .10 handelt von der späteren Missetat Nadabs und Abihus, und Lev 16 wurde nach deren Tod gegeben. Lev 241023־־ befindet sich Mose im Lager, doch Lev 25—27 führt uns zurück nach dem Sinai. ,,Die Anordnung erfolgt weder nach einem zeitlichen noch nach einem örtlichen Gesichtspunkt, noch entspringt sie irgendeinem anderen verständlichen Motiv. Wie wollte man die Stellung von 24x023־ erklären, wenn nicht mit der Hypothese des Zufalls? Aus welchem Grunde sollten Gesetze, die am Sinai gegeben sind, wie 25—27, an ihre jetzige Stelle gerückt worden sein? Wenn sie einem anderen Dokument entnommen sind, wie wäre dann ihre Einfügung an diesem Punkte zu begründen?‘"1 Num 312 finden wir, daß Midian bestraft werden soll: ,,Danach sollst du (Mose) versammelt werden zu deinen Vorfahren“; aber von dem Befehl, den Berg Pisgah zu besteigen, und von Josuas Ernennung — Ereignisse, die unbedingt später geschahen — wird schon in 2712-23 1 Bibliotheca Sacra 1918, 88.

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