Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Pentateuch-Frage
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2829132-2829951-2829955-2834610--48323-2834709- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
296 Nach Nun! 332 schrieb Mose die Wanderungen der Israeliten auf. Das kann weder in dem ״D von Genesis 5! noch in dem von Ex 247 geschehen sein, wenn wir auch nicht feststellen können, ob das Buch, das er benutzte, der Form nach dasselbe war, das in Ex 1714 erwähnt wird. In den ersten vier Büchern des Pentateuch ist die Rede von wenigstens drei verschiedenen Schriftstücken, von denen zwei in Zusammenhang mit Mose stehen. Eine ganz kurze Ueberlegung vermag zu zeigen, daß ihre Existenz zur Annahme zwingt, daß es noch mehrere gab, denn es ist unmöglich, das Buch Adams und das Buch des Bundes herauszuschneiden und anzunehmen, daß alles Uebrige von Ex bis Num (einschließlich das Buch von Ex 1714 und die Schriftstücke von Ex 3427 und Num 332) ein einziges Schriftstück bildete. Während übrigens aus keiner Stelle hervorgeht, daß man unter ,D eine lange Rolle verstehen muß, spricht Num ö23 ganz deutlich gegen eine solche Auffassung. In Dt 3124lesen K 18,155 השירה für התורה und in 26 liest die äthiopische Uebersetzung und Cyrill ,,dieses Buch0. Aus dem Zusammenhang ergibt sich deutlich, daß das Lied ein ,D sein sollte, unterschieden von dem Buche des Gesetzes. Die übrigen Anwendungen des Wortes in Dt finden sich in 17lg, 285s, 61, 29lg, 20» 26 un(i 3010. In all diesen Fällen ist von einem Büch die Rede, das einen wesentlichen Teil unseres Deuteronomium enthält. Es war nicht das gesamte Deuteronomium, denn in 319 schrieb Mose ,,diese Thora“ und gab sie den Leviten; doch erzählt das Deuteronomium. Ereignisse, die sich später zutrugen. Die vorhandenen Textzeugnisse erheben Zweifel an dem Text der meisten dieser Stellen, und es kann sein, daß diese Texte durch die Hände von Editoren und Abschreibern, die sich unter dem ,,Buch“ immer eine ,,Rolle“ vorstellten, gelitten haben; aber wir können darüber keine Sicherheit erlangen. Was den Hauptteil des Deuteronomium anbelangt, so gibt es jedoch innerlich begründete Beweise (von denen später die Rede sein soll), aus denen hervorgeht, daß es aus äußerlich ^zusammenhängenden Schriftstücken bestand. Doch für jetzt müssen wir die Tatsache festhalten, daß es weitere mosaische Bücher zu denen hinzufügt, die wir bereits kannten: nämlich 1. das Buch des Liedes und 2. zumindest ein Buch der Thora — ganz abgesehen von dem Segen Moses (der nicht ausdrücklich als Buch bezeichnet ist) und von der Möglichkeit, daß die einrahmenden Reden nicht im Buch der Thora eingeschlossen waren. Die Erzählung von der Auffindung des Buches der Lehre in II K 22 zeigt, daß es sich um etwas handelte, das kurz genug war, um gelesen zu werden (228), aber sie gibt uns keine Vorstellung davon, ob es aus ein oder mehreren Schriftstücken bestand. Die Feststellung ist interessant, daß die Chronik, die unter einem Buch der Lehre notwendig eine Buchrolle der gesamten Thora versteht, die Erwähnung, daß Schafan das Buch erst selbst las, vollkommen ausscheidet (II Ch. 3415 im Gegensatz zu II K 228) und ihn daraus vor dem König vorlesen läßt (18), während in der früheren Form der Erzählung ,,er es las“. Das beweist nur, daß die Auffassung von der Form des 0׳, welche die Bücher der Könige stillschweigend