Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Pentateuch-Frage
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 295 (sequence 4)
- Language
- German
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295 Ebenso scheint es mit dem Ausdruck 'D in früher Zeit gewesen zu sein. Ein einziges kurzes Schriftstück wurde *Ü■ genannt, aber auch ein längeres Werk, das sich über mehrere, äußerlich unzusammenhängende Schriftstücke erstreckte, wurde mit dem gleichen Ausdruck belegt. Späterhin scheint ein zweiter Typ mit dem Namen Buchrolle belegt worden zu sein neben den kurzen Schriftstücken. Es wird dann die Form der Rolle so gebräuchlich, daß man das Wort ,,Buch“ ohne jede Einschränkung auch auf sie anwendet, und man nimmt an, daß jedes umfangreiche Buch in Form einer Rolle geschrieben war. Es wird allgemein zugegeben, daß ספל gewöhnlich von Briefen gebraucht wurde, die unmöglich in langen Rollen geschrieben gewesen sein können (vergl. z. B. Dt 2443; II S 1114 f.; I K 218, 9, n; II K 55, 6, 10!, 6, 2012; Js 29u f.)1. Die einzige Frage ist deshalb, ob in frühen Zeiten ein längeres literarisches Werk auf ein Material geschrieben wurde, das äußerlich zusammenhängend war, oder nicht. Die allererste Anwendung des Wortes ספל, Buch, im massoretischen Pentateuch zeigt, daß es zur Bezeichnung eines kurzen Schriftstückes diente. ,,Das ist das ספל der Geschlechter (oder entsprechend der Septuaginta: des Ursprungs) Adams“ (5!). Ob diese Worte als Schlußwort der vorhergehenden Kapitel, ob sie als Einleitung für die folgenden gehalten werden, eins ist klar: daß sie sich auf ein Werk beziehen, das erheblich kleiner war als unsere Genesis, — gar nicht zu reden von unserm Pentateuch oder dem vermeintlichen P. Die nächste Stelle ist Ex 1714: ,,Schreibe das zum Gedächtnis in ein 'D“. Dieses Buch kann unmöglich dasselbe sein wie das Adams in Gen hv Hier wird also ein mosaisches 'D genannt, das sich von dem ersten unterscheidet. Ein drittes Buch, das mit keinem der beiden ersten zu verwechseln ist, wird Ex 24ד erwähnt. Es ist das Bundesdokument, das nichts zu tun hat mit den Geschlechtern Adams oder dem Streit mit Amalek. Ex 3232 u. 33 bezieht sich auf ein von Gott geschriebenes Buch und wirft kein Licht auf unser Problem. Aber Num ö23 beweist wieder, daß ם״ für ein kurzes Schriftstück gebraucht wurde. Hier wird damit das Material bezeichnet, auf das der Priester den Fluch im Urteil der Treulosigkeit aufschreiben sollte. Num 2114 ist eine verdorbene Stelle. M. T. spricht von ,,einem Buch der Kriege des Ewigen“ — das sicherlich nicht eine Rolle des ganzen Pentateuch war. Gemäß der LXX von Fields Iiexapla sollten wir lesen ,,ein Buch“ und sollten ,,d e n Krieg (Einzahl) des Ewigen“ zum Subjekt des folgenden machen. Ein anderer Uebersetzer hatte eine Lesart, die er mit b7,axa}J)ycp ra>v itolsfioüvTov wiedergab, ,,in der Liste der Kämpfenden“. Wie auch immer der wahre Text ausgesehen haben mag, es ist klar, daß die Stelle keineswegs die Ansicht unterstützt, daß die Buch-Rolle die ursprüngliche• Form des ,D war. 1 G. Beer führt aus, daß 'ם ist ״die ausschließliche Bezeichnung für sämtliche vorexilische Briefe des Alten Testaments.“ Auffallend ist daher die Benennung des Elia-Briefes II. Chronik 2112 mit מכחב“ a. a. O. 22.