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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 3 · p. Seite 272

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 3
Article
Studien zur Septuaginta an der Hand der zwölf kleinen Prophetenbücher
Date
1928-01-01
Page
Seite 272 (sequence 31)
Language
German
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272 Dadurch wird klar, daß auch Ps 97!! #א1ל |ך <pwg dvtTstXs (genau so wie Ps 8512 אמת מאלי/ן תצמח — äyheiXs und Jes 61!! avaTsXet d1xa10avv7jp) keinesfalls auf eine Lesart זלל zurückzuführen ist1 (was auch aus anderen Gründen ausgeschlossen ist). Vielleicht ist diese Eigentümlichkeit darauf zurückzuführen, daß die Intellektuellen in Alexandrien mit Geringschätzung auf die Fallachen herab-;sahen und insbesondere die Bibelübersetzer es nicht für würdig erachteten, für Tugend, Wahrheit und Gotteserkenntnis Bilder von der vulgären Landarbeit zu gebrauchen, die den in ihrem Boden wurzelnden Propheten so geläufig waren. Es führt uns dies auf Zeit, Lebensverhältnisse und jüdische Anschauungen der Übersetzer. Im allgemeinen muß man annehmen, daß die zwölf Propheten eine Zeitlang vor dem Buche Siraeh, also etwa zw. 200—150 v. Ch. ins Griechische übertragen wurden. Man kann (außer der allgemeinen Erwähnung der Prophetenübersetzung im Vorworte der Übersetzung Sirachs) auch als Anhaltspunkte hierfür betrachten, daß die im Jahre 114 v. Ch. von Lysimachus nach Alexandrien gebrachte Übersetzung des Estherbuches im Zusatz 17 ״jjtisQcc gxotqvc xal yvocpov״ wohl aus Joel 22 übernommen hat; Sir 1627 sxoöiMitev sig cäcovcc (f. יעל לנצח) scheint Micha 69 ,יעלל xoGfii)- c(61• Sir 1723 die Sätze Joel 44.7 benützt zu haben (allerdings hält sich der Enkel Sirachs in 2427 an den-mas. Text von Am 8 g, nicht an LX.X, die noTctfiog hat). Für die Geschichte des hebräischen Textes ist es bemerkenswert, daß damals die klassische hebräische Diktion auch unter den Gelehrten nickt mehr allgemein verstanden wurde und daß z. B. ,פלל in Hab 3 g — neben diaipaXixa — bereits frei gedeutet wurde (xaraoxiov dccGswg). Daß die Juden damals in der Diaspora eine hervorragende Stellung einriahmen, möchte man ans der Deutung von Am 6! ^djtBTqvy^mv dq%txg s&v&vu schließen; daß sie aber auch Schmähungen zu erdulden hatten, aus der Formulierung der Übersetzung Mal 29 von der Verachtung ״sig 7cdvra tcc (st. לכל העם), auf die Stellung Israels unter den Völkern bezogen! (Vgl. II Makk 16, um diese Zeit geschrieben, die An spielang auf die Leiden). Die Übersetzer sind erfüllt von der Erhabenheit des göttlichen Wesens (daher ja auch z. B. in Num 1416 die oben erwähnte Ab- Schwächung des krassen Ausdrucks וישלםם, ebenso Hos 1318 ואכלם xaT(x(pdyov7;a1, auf die Tiere bezogen, statt וא^לם); vom Gedanken an die Heiligkeit Israels (Hos 12!, 0״ Xaog äyiog xexX jjGsTca &€0v herausgelesena!), vom Dienste Gottes (Jona 19), von Gottes gewaltiger Liebe (so faßten sie Hab 34 חביון פזו auf), von der 1 S. MGWJ, 1927, 297, gegen Bickell, Gunkel u. a.

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