Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Studien zur Septuaginta an der Hand der zwölf kleinen Prophetenbücher
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 22)
- Language
- German
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263 ־wird, gab es eine Sage im Anschluß an I Chr 255 הקינים הבאים מחמת אבי בית לבב, wonach der Stamm der Qeniten, von dessen freundschaftlicher Niederlassung in der Mitte des Stammes Juda hier 116 berichtet wird, mit dem Geschlecht© Jethros und mit der Familie Eechabs identisch ist, mit welcher Gott wiederholt (auch durch Jeremia 35!9) einen Bund geschlossen: ר' נתן אומר גדול הברית שנכרת עם יונדב בן רכב מן הברית עם דוד...כה אמר ה׳ לא יפרת אישליונדב בן רכב — daher durfte der Urahn Rechab von Juda nicht, verdrängt werden; dieser Rechab hatte seinen Nachkommen aufgetragen, abgesondert in Zelten zu wohnen (Jer 357—10). Dies wird von der erwähnten Agada ־— für welche die Chronologie kein Hindernis ist — hervorgehoben und darauf beruht die aus Gelehrtenkreisen stammende Interpretation ozi Pfjx^ß dieözslXaco. Auch ״Schittim“, Pfade (s. o. IY) Micha 66 kann dadurch erklärt werden, daß ebenso unter den Tannaim R. Elieser und R. Josua (b. Sanh 106% Bechor. 5b) strittig war, ob es ein Ortsname ist; das Wort wird Num 25! gedeutet. So mögen auch die Übersetzer von Joel und Micha, da es bei Thamar Gen 08!6 heißt וים אליה אל הדרך (cf. Jerem. 32 על דרכים) angenommen haben, daß es kein nomen proprium sei, sondern ״Pfade6‘ bedeute. (Mit der Septuaginta zum Pentateuch stimmt hier R. Elieser überein, daß es ein Name ist). Ähnlich beruht, wie oben (V, b, bei א־־־ר) gezeigt wurde, Hos 69 die merkwürdige Übersetzung ey.qvijjav k(!stg ööov auf der in b.Taanith 28a enthaltenen Tradition von der Verhinderung der Wallfahrten. Danach darf man wohl sagen, daß die Textabweichungen der LNX, wenn wir auch nicht alle erklären können, zumeist gar nicht auf Lesefehler oder auf eine andere Vorlage zurückzuführen sind, und die ganze Methode derselben keine Anomalie bildet, :sondern mit der palästinensischen Exegese verwandt ist, von der wir sonst nur Zeugnisse aus einer späteren Zeit hesitzen. VII. Vertrautheit der Übersetzer mit dem palästinischen Vulgär- Hebräisch und dem Aramäischen. Während viele Stellen die Vermutung erwecken, daß den Übersetzern die Feinheit des dichterischen Ausdrucks im Original, die Analogie anderer prophetischer Stellen und der wahre gedankliche Zusammenhang entgangen ist (z. B. Hos 11!0 בנים מ^ם tsxpcc vd&vtov — מים; der Übersetzer versteht nicht, daß es ebenso wie Jes 24u צהלו מים, soviel wie מאיי הים bedeutet, vgl. hier וכיונה מארץ אשור