Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 3 · p. Seite 259

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 3
Article
Studien zur Septuaginta an der Hand der zwölf kleinen Prophetenbücher
Date
1928-01-01
Page
Seite 259 (sequence 18)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
83% known words query
IRI
…/2829132-2829951-2829955-2834606--48283-2834672
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

259 gerade der Vorgang der griechischen Übersetzer zeigt uns, daß die gleichen Prinzipien der Exegese schon um 2 0 0 v. C h. oder noch früher geherrscht haben und daß ein Unterschied zwischen Palästina und Alexandrien nicht zu machen ist. Die Übersetzer, die zugleich die ersten uns bekannten Erklärer des bereits abgeschlossenen Kanons sind, haben es — sei es auf Grund bestimmter Ideen, sei es weil manche Stellen des fast durchwegs aus der vorexilischen Zeit1 stammenden biblischen Schrifttums bereits orakelhaft dunkel waren — als zulässig erachtet, um einen ihnen einleuchtenden Sinn herauszubekommen, wie es bei den Schriftgelehrten in Palästina üblich war, manches Wort so zu deuten, wie wenn der eine oder der andere Buchstabe durch einen anderen, ihm verwandten ersetzt wäre. Für das Verwechseln von ד — ר (abgesehen von dem Schwanken im MT bei Eigennamen, wie I Chr 17 רודנים für עכר 7־2;דודנים für 8] עכןS6 דדרעזר 183;[יערה 942 יהועדה für הדדעזר) weist bereits Frankel (Vorst. 101 u. 210) auf das talmudische Analogon, b. Keritoth 7, hin:יהודה אומר, כאדם האומר לחברו p את ה׳ הוא מגדף, אימי נידפת את הקערה וחיסרת, ר״א כן עזריה אומר כאדם האומר לחברו נירפת ולא הימרת (beide erklären das Wort als 5(1 מגרף bez. ,ל — ר א׳ה׳ח׳ע' ,ב־־־־־ פ auf die Schwankungen in Aussprache und Orthographie, wie ,הפקו— הבקר ,השתדל — השתדר ,משילין — משירין מחוסר ■־־ מעושר (Demai 1, 3) u. a. Hier seien weitere Analogien angeführt: ד-ר, II Sam 221! וירא Ps 18i! וידא; jer. Taanith, 64% von R. . Meir, משא דומה gedeutet משא רומי; b. Schabbath 63a והדרך וחדדך (R. Eleasar, 2. Jahrh.), vermutlich ist dort auch (bei R. Simon b. Lakisch) המרגילים zu ודגלו zu lesen (vgl. Tossaphoth Ab. z. 22b); ferner Joma 54• .חדרה הדרה א־־־־ ו, b. Kidduschim 30b אהבה בסופה ־־ והב בסופה; Schabbath 104• .אף רף א־־־ ח. b. Chuiiin 91 (R. Jos. b. Levi) .בהאבקל ־־־ כאדם שחובק א— ע, nach b. Megilla 24b besonders in Haifa und Beth-Sean in der Aussprache verwechselt (bei den Galiläern überhaupt, b. Erubin 53; daher ja auch die schwankende Orthographie אוממות עוממות U. ä.); die Schule des R. Elieser b. Jakob ließ diese Verwechslung in der Exegese zu. — R. Jocbanan deutet b. Aboda z. 25a להעליה והאליה, I Sam 924. ב— ו, b. Taanith 23a, ותאמר גוה — הגבהתו בתפלתך. 5 Wie wir in Untersuchungen über die Einheit des Buches Jesaja und über die Psalmen dargelegt. 17»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.