Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 3 · p. Seite 258

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 3
Article
Studien zur Septuaginta an der Hand der zwölf kleinen Prophetenbücher
Date
1928-01-01
Page
Seite 258 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829951-2829955-2834606--48282-2834671
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

258 tische Untersuchungen über Wortformen auf Grund älterer Über״• Heferungen anzustellen. Schließlich ist auch die geistreiche Vermutung, daß Abbreviaturen im hebräischen Text zu einer Fehlerquelle für die LXX wurden, mit Vorsicht aufzunehmen. Es geht allenfalls noch an, mit Frankel an einzelnen Stellen unvollständige Worte im Original vorauszusetzen ferner 'י für den Gottesnamen (Jona 19 u. Ps lö3)r aber unwahrscheinlich sind weitergehende Schlüsse von F. Perles1 2 3. Man darf die Gelehrsamkeit der griechischen Übersetzer nicht überschätzen, aber auch nicht glauben, daß sie gar zu unwissend waren und sich in den hebräischen Worten nicht auskannten. Für eine so schwierige Arbeit hat man sicher eine verhältnismäßig kor״ rekte Vorlage herbeizuschaffen und sprachkundige Übersetzer zu finden vermocht. An einzelnen der oben angeführten Beispiele sehen wir deutlich, daß es sich nicht um zufällige Entgleisungen handelt,, sondern daß in den ״Lesefehlern“ System und Konsequenz ist: in Hosea und Obadja נדמה immer von דמה abgeleitet, in Ainos und Micha אלמנות konsequent als לעד ,אדמות als יל#ד slg- (juxqvvqiov erklärt. Hier, wie überhaupt in der Substituierung formverwandter Buchstaben spürt man eine Methode. Eine solche ist uns auch wohl bekannt, es ist die der agadischen Schrift״ auslegung in Palästina, die zum Teil auch in der Halacha verwendet wurde; und bei der die biblischen Worte häufig so erklärt wurden, als ob sie mit einzelnen anderen, in der Schrift oder in der Aussprache leicht zu substituierenden Konsonanten oder Vokalen geschrieben oder ge-* sprochen wären. Für einen großen Teil der in der Septuaginta vorkommenden Verwechslungen können Analogien aus dem talmudischen Schrifttum angeführt werden. Die tannaitischen Quellen hiefür reichen allerdings nicht höher als in das erste Jahrh. n. Ch. hinauf, aber 1 Hos .143 xagncv [פרי'[ם, Jes 538 sls S’üva׳iov [למי'[ת (Vorst. 215), aber schon bei Ps 38 fiazatos לחי möchte ich nicht annehmen, daß die Abkürzung 'לה, sondern 'לחג um einen Konsonanten war (ג wurde י gelesen wie oben in mehreren Beispielen). Ein frappantes Beispiel ist Hab 3a שנים חייהן, d\'o 'Co cor aus [שני' היי[ם. Ebenso scheint mir Hos lö,2 (18) mm׳ nicht ימה (für לבב, wie Marti meint) sondern 'לכן לב zu entsprechen, oder כ ם. 3 Analekten, 1895, 13—34. ד,׳ ist schwerlich Abkürzung für den Gottesnamen; die verlockende Hinaufbeziehung von עיני Thr 3B1 zn v. 50 als עניי und Deutung von עוללה als 'עולל ה ist (abgesehen vom Gegenzeugnis der LXX) gegen den Rhythmus und gegen die Syntax, denn 1) עוללJ2; la2; 2a0) muß ein Objekt, oder folgendes כ haben; 3B1 ist vielleicht in der Tat עניי עיני nnd עוללה passiv.. Keinesfalls werden (wie Reifmann, משיב דבר, meint) so seltene Worte wie• אבחת חרב Ez 21 in אח abgekürzt, ebensowenig (Perles,. 20) קינת שאול, in [1קש[ת

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.