Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Studien zur Septuaginta an der Hand der zwölf kleinen Prophetenbücher
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 257 (sequence 16)
- Language
- German
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257 Als ferneres Argument dafür kann angeführt werden, daß Josephus, der sicher den hebräischen Urtext gekannt hat, manchmal ganz dieselben Verwechslungen bietet; so Antiqu. VI, 11, 4, 7jn:uo כביד £ כבד (I Sam 19!s) und ib. vi, 12,4 <5 2vqog= האדומי £ הארמי (I Sam 22g) — beides in Übereinstimmung mit LXX. Es kommt auch nicht in Frage, daß die LXX etwa einen besseren Text vor sich hatten, als ihn die hebräische Überlieferung darstellt. Selbst wenn wir annehmen würden, daß die zur Zeit Sirachs, um 200 v. Ch., bereits zusammengefaßten zwölf kleinen Prophetenbücher an einzelnen Stellen durch Abschreiber doch noch nachträglich Korrekturen oder Textentstellungen erhalten hätten, so ergibt sich aus den häufigen Abweichungen der griechischen Version fast nie, daß sie bessere Lesarten gehabt hätten. In vielen Fällen kann konstatiert werden, daß es derselbe Konson ant e nt ext ist und die Übersetzer ihn nur anders punktiert und erklärt haben (z. B. mehrmals לעד für לעד od. Hos 112 138 ימפני הם ואכלום) ואכלם), Micha 212 י£3לה Nah 29 ,הימיר — scheinbar bessere Lesart, in Wirklichkeit unpassend; — Hab 34 לבל 35 ,ושם, Zach 51 מולה dQETiccvQV) 14$ ונ?£.ו£ם) oder daß Sätze und Worte anders .abgeteilt wurden. Ein tieferes Eindringen ergibt dann in der Kegel, daß die griechischen Exegeten zwar d_as redliche Bestreben hatten, einen Sinn zu gewinnen, aber zu wenig mit der hebräischen Diktion vertraut waren und nicht an verwandte biblische Stellen dachten, durch welche die richtige Auffassung des MT eine Stütze findet. Der mas. T. kann auch nicht jünger sein als die Vorlage der Septuaginta. Einige Autorität muß man doch schließlich auch Josephus zuerkennen, wenn er (c. Ap. I, 8) sagt: ״In den vielen Jahrhunderten, die seit Abfassung der erwähnten Bücher verstrichen sind, hat noch niemand sich erdreistet, Zusätze im Text anzubringen oder Verstümmelungen und sonstige Änderungen daran vorzunehmen1.״ Mindestens waren danach die heiligen Bücher, die in der ältesten tannaitischen Zeit bereits Gegenstand minutiöser "Wortdeutungen waren, in *der makkabäischen Periode textlich wortgetreu festgelegt. Die Beziehungen zu Alexandrien waren aber so enge, daß. wenn dort eine andere Version bekannt gewesen wäre (die ja auch aus Palästina stammen mußte!), die Soferim in ihrer Gewissenhaftigkeit sie benutzt hätten, und von den Varianten hätten sich in Qeri und Kethib oder in der Agada Spuren gefunden. Umgekehrt haben die griechischen Übersetzer, denen es ja nicht auf den Buchstaben des Textes, sondern auf den Inhalt ankam, es nicht für nötig erachtet, kri- 1 ovtg izQoiz-d'sivo.l tiq oi'$6v, 01T£ acpe?.e7v a?׳rfoV, 01t e uaz.aözivaL TSToXpTjv.ev.;Monatsschrift, 72. Jahrgang. 1 '