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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 3 · p. Seite 256

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 3
Article
Studien zur Septuaginta an der Hand der zwölf kleinen Prophetenbücher
Date
1928-01-01
Page
Seite 256 (sequence 15)
Language
German
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256 Beurteilung des Verhältnisses der griechischen Übersetzung zum Original; wir werden später einige Beobachtungen noch hinzufügen. Nicht annehmbar erscheint, wie schon bemerkt, die These von Wutz (״Die Transkriptionen von der Septuaginta bis zu Hieronymus“, 1925), wonach die Übersetzer sich griech i sch-hebräischer Texte als Vorlage bedienten. Mit Staunen konstatiert er die pein־ lieh genaue Arbeitsweise und die ausgezeichneten Sprachkenntnisse der Übersetzer, sowie ihre noch lebendige Verbindung mit dem Hebräischen, aber eine Bolle mit hebräischen Schriftzeichen kann er in ihrer Schreibstube nicht entdecken1. Diese Hochachtung vor der Gelehrsamkeit der Alexandriner ist im Gegensatz zu der verbreiteten Anschauung, wonach sie Ignoranten gewesen wären, die häufig die einfachsten hebräischen Worte mißverstanden2, sehr erfreu־ lieh, aber der griechische Transkriptionstext ist eine Illusion. Es genügt zu sagen, daß bei der großen Wichtigkeit der Orthographie zahlreicher hebräischer Worte, um sie von ähnlich klingenden zu unterscheiden, eine griechisch transkribierte Vorlage zur Folge gehabt hätte, daß Fehler nicht seltene Ausnahmen, sondern in jedem Satze die Hegel wären. Ferner hätte, wenn es etwa im 2. Jahrhundert v. Ch. zwei Bollen von Jesaja gegeben hätte, wovon eine mit einem fehlerhaften transkribierten Text3, die Gewissenhaftigkeit des Übersetzers und seine Ehrfurcht vor der Schrift sich nicht damit abgefunden, trotz eigener vorzüglicher Kenntnisse, Fehlerhaftes zu übernehmen. Er hätte getrachtet, eine doch sicherlich erreichbar gewesene ganz verläßliche Abschrift aus Palästina zu erreichen. Die große Menge der ־ ד — ר und 1 — י- Substituierungen zeigt überdies, daß es sich um eine Vorlage in hebräischen Lettern handelt4. 1 Transkript., S. 4. 2 L. Treitel, Die Septuaginta zu Hosea, Monatssehr. 41 (1897), 442, nieint, daß besonders der Übersetzer dieses Buches ״tief unten steht, indem er auf Schritt und Tritt in der Auffassung des hebr. Textes die größten Irrungen begeht״. 3 Damit erklärt er z. B. Jes 96 das Nebeneinander zweier Lesarten für .אבי עד שר שלום 4 Von großem Werte sind jedenfalls Wutz’ Materialien für die Fehlerquellen innerhalb des Griechischen. Glücklich ist er oft bei der Korrektur solcher Fehler (wie Hiob Blg Se 01׳ aLo'vioi Sizot, lcoiW«g, אסירים שאגגו) aber weniger, wo er Schlußfolgerungen auf andere hebr. Textworte wagt. So ist es (S. 5) nicht richtig, daß II Ohr 22 9 מתחבא wrpö(w«w>׳ aus iuE'&%aßas ßae entstanden wäre. Erstens kommt מתחבש nie vor und ein Übersetzer irrt sich nicht, indem er ein unbekanntes für ein bekanntes Wort setzt; das einzige מחבש heilen Ps 147s ist SsofiEvcov wiedergegeben. Ferner ist bei II Ohr selbst lar^cud'Tjvai, Äquivalent für להתרפא. Aber es ist wohl nur ein Hörfehler im Hebr. להתרפא?‘התחבא. Einzelne Substituierungen von ד — ל, die man auf die Ähnlichkeit im Griech. (J — sl) zurückfühxen möchte, wie Zach 14 5 אצל TaooS, lassen sich als Kopistenfehler nach erfolgter Übersetzung erklären.

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