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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 3 · p. Seite 238

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 3
Article
Syrisch-palästinensische Altertümer
Date
1928-01-01
Page
Seite 238 (sequence 14)
Language
German
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238 nannten die Stadt ,,Keben.it“ — und zwar wegen der Zedern am Libanon. Die heilige Götterbarke, aber vor allem die großen Handelsschiffe pflegte man, wie erwähnt wurde, aus in Syrien gefällten Bäumen anzufertigen. All das findet auch in der erzählenden ägyptischen Literatur seinen Niederschlag; man denke nur an die volkstümliche Erzählung vorn Höfling Sinuhe, der nach Syrien flüchtet, nach Byblos kommt und in Syrien angesiedelt wird ■— ein Gegenstück zur farbenreichen Erzählung vom General Thot, der die Festung Joppe erobert1. Allein auch die religiöse Literatur wies auf alte Beziehungen zwischen Aegypten und Byblos hin. Die Göttin Hathor, die Mutter des Sonnenknaben Horus, führte den Namen nebt Kebn d. i. ״Dame von Byblos“. Den Auftakt zu neuen Entdeckungen bot die Ausgrabung von Bruchstücken von Riesenstatuen, die den monumentalen Zugang zum Heiligtum eröffneten. Das ägyptische und das syrische Heiligtum und die Königsgräber boten eine Reihe von Schätzen, unter denen sowohl das alte als das mittlere Reich vertreten sind. Ein in künstlerischer Beziehung ganz hervorragendes und vom Standpunkte der Literatur- und Schriftgeschichte wichtiges Denkmal ist der in Djebeil (B}d)10s) entdeckte Sarkophag des Königs Ahiram2. Pierre Montets Ausgrabungen in Bjddos3 verdanken wir die Kenntnis der phönikischen Inschriften am Grabe Achirams, des Königs von Byblos. Der Text, der dem Ende des XIII. Jahrhunderts angehört und von Rene Dussaud4 veröffentlicht wurde, lautet: ארן פעל (.. .)בעל בן אהרם מלך גבל לאחרם אבה כשתה בעלם ואל מלך במלכם וסכן בס(כ)גס ותמא מחנת עלי גבל ויגל ארן זן תחתסף חטר משפטה תהתפך כסא מלכה ונחת תברח על גבל והא ימח ספר ז..... Die vor בצל fehlenden Buchstaben wollte M o n t e t zu אתבעל ergänzen; Dussaud (=-- Dus.) liest אפ]םבצל] und erklärt (S. 138): ,,Ba'al fait cesser“. Hingegen Lidzbarski5 (= Ldz.) und Greßmann6 (— Grs.) würden in diesem Falle eher an e p e s 11 1 R 0 e d e r, Altägypt. Erzähl, u. Märchen, Jena, Diederich, 1927, S. 24 ff., 67 ff. 2 Die Entdeckung der Ahiraminschrift veranlaßte eine Verbesserung der seinerzeit von Glermont-Ganneau mangelhaft entzifferten Inschrift Abiba‘als, Königs von Byblos. Siehe M 0 n t e t, Gomment rötablir l’inscription d’Abibaal in ,,Revue BibL“, Nr. 3, 1926, S. 321—327. 3 Zur Geschichte der Ausgrabungen sind von besonderem Interesse ,,Lettre deM.Montet a M.Clermont-Ganneau“ und Monte t, Lettres adress^es au sujet des fouilles de Byblos dans l’automne 1921, beide veröffentlicht in den Berichten der Academie des inscriptions et belles-lettres, 1921 und 1922. 4 Rene Dussaud, Les inscriptions phöniciennes du tombeau d’Ahiram, roi de Byblos. Extrait de la Revue Syria, Paris, Paul Geuthner, 1924. 5 Mark Lidzbarski, Epigraphisches aus Syrien in Nachr. von der Gesellsch. der Wissensch. zu Göttingen. Philol.-hist. Kl., 1924, S. 34 ff. 6 Hugo Greßmann, Die Königsgräber in Byblos, ZATW, 1924, S. 349ff. — Siehe jetzt Altoriental. Texte zum A. Test., hrsg. v. Greßmann, Berlin, W. de Gruyter, 1926, S. 440.

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