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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 3 · p. Seite 232

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 3
Article
Syrisch-palästinensische Altertümer
Date
1928-01-01
Page
Seite 232 (sequence 8)
Language
German
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232 Wie immer es um die Chatti und ihr Verhältnis zu Israel sein mag, eines steht fest: Israel fand im Lande eine alte Kultur vor; die geographische Lage brachte das Volk mit den verschiedensten geistigen und religiösen Strömungen in Berührung1 und so wurde Israel ״a people living on the great highvay o'f the nations2“. Der alte Orient kannte, wo es um Gedanken, Kunst und Handel zu tun war, keine Grenzen. Vom Nil bis zum Euphrat hatten sie freien Lauf, und dieser gewaltige Strom des Lebens der Völker zog über Palästina und lagerte dort vieles von seinen Gütern ab. Die geistigen Be- Ziehungen waren von den politischen bedingt. Um die Zeit, als Israel in Kanaan einzog, war Aegyptens kultureller Einfluß im Niedergange. Aegypten kämpfte nur noch mit der Gewalt der Waffen um den Besitz Palästinas. Der König Mernephta (ca. 1200 v. Chr.) berichtet in seinem Siegesliede: ,,Verwüstet ist Libyen, die Hethiter sind in Frieden. Gefangengeführt ist Askalon, gepackt Gezer, Jano'am vernichtet. Israel ist zerstört, sein Same ist nicht mehr.“ Hier kommt der Name ,,Israel“ zum erstenmal auf einem Denkmal vor. Mernephta, der ״Pharao des Auszuges“ und der Befreiung zählt nun zu seinen Ruhmestaten, Israel vernichtet, zu haben. Diese Erwähnung Israels als eines in Palästina ansässigen Volkes erklärt J i r k u dahin, daß es sich um in Palästina seit jeher wohnhafte israelitische Stämme handeln mag, ,,da sämtliche Stämme des späteren Israel schwerlich in Aegypten gewesen sein werden3“. Anders J. W. Jack. Er vertritt die Ansicht, es könne sich weder um nomadisierende oder um in Palästina ansässige Stämme zu einer Zeit handeln, in der ein anderer Teil des israelitischen Volkes noch in Aegypten verblieben war, sondern er meint, die Israel-Stele weist darauf hin, daß der Auszug bereits vollzogen war4. Unter Ramses III. (1198—67) nehmen die Philister an der Südstrecke Palästinas festen Besitz. Die biblische Bezeichnung פלשתים מכפתור, die Philister aus Kreta, wird vom jetzigen Stande der Wissenschaft als richtig befunden. כפתור ägypt. kftjw. Gleich den Kafthorim gehören die Philister den ägäischen Völkern an. Vom Namen der von den Aegyptern ,,pelesati“ genannten Philister rührt der Name ,,Palästina“ her. Ihre Ausfälle trugen zur Begründung eines israelitischen Königsstammes (um das Jahr 1000) unter Saul und David bei. Von den in Gezer entdeckten Gräbern, die sich völlig von allen anderen Gräbern unterscheiden, bemerkt T h o m s e n: ,,Sie waren in Steinplatten auf gebaut und genau nach Osten gerichtet. Die Decke war gewölbt. In dem einen lag ein männliches Gerippe mit dem Kopfe im Westen, also mit dem Gesichte der aufgehenden Sonne entgegen. Beigegeben waren ihm feine Alabastergefäße, eine Glasvase, eine Glasflasche, ein Skarabäus aus Achat.... Das zweite Grab enthielt ein weibliches Gerippe, dessen Kopf im Osten 1 Siehe K r e g 1 i n g e r, La religion d’Israel, Paris, Nourry, 1926, S. 1336־. 2 Smith, a. a. O., S. 286. 3 Jirku, a. a. O., S. 71. 4 J a c k in The Expos. Times, XXXVI, 1924, S. 40—44; vgl. American Journal of Archaeology, Sec. Ser., Bd. XXIX, 1925, S. 97 unter ,,Syria and Palestine“.

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