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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 3 · p. Seite 233

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 3
Article
Syrisch-palästinensische Altertümer
Date
1928-01-01
Page
Seite 233 (sequence 9)
Language
German
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233 lag ־and viel reichere Beigaben.In beiden Gräbern befanden sich Knochen von einem Schafe, ja, in einem driften hatte man dem Toten ein ganzes Schaf zwischen die Knie gegeben/' — Von der Zeit der Einwanderung der Philister bis ins 9. Jahrhundert bietet die Bibel Stoff zur Geschichte dieses Volkes; von da ab sind wir auf die In- Schriften der assyrischen Könige angewiesen. ,,Adad-Nirari III. (807—782) meldet die Eroberung von Palastu. Unter seinen Nachfolgern melden Tiglathpileser IV. (745—722), Sargon II. (722—705), Sanherib (705—681), Asarhaddon (681—668) und Asurbanipal (668—625) die Eroberung von Gaza, Agdod, Askalon und anderer philist bischer Städte. Von da ab sind sie ohne größere geschichtliche Bedeutung." Auch zu Syrien-Palästina stand Assyrien in Beziehungen nicht nur rein kulturellen Charakters. Es lag auch nicht im Wesen des gewaltsamen assyrischen Militärstaates. Bezeichnend ist folgendes: Tiglathpileser I. (1115—1100) unterjochte im Laufe von fünf Jahren 45 Völker, worunter auch Amurru-Phönizien. Zweimal wandte er sich siegreich gegen Babylonien. ,,Der mächtige König, der Zerstörer der Bösen" berichtet: ,,Die Länder habe ich mit Trümmern bedeckt.. ..; den Boden habe ich mit Leichen gesäet....; die Städte habe ich den Flammen ausgeliefert; ich habe zerstört; ich habe verwüstet. Ich habe ihnen mein Joch auferlegt und in ihrer Gegenwart habe ich Assur, meinem Herrn, Dank gezollt1". — Nach dem Tode Tiglathpilesers waren die kriegerischen Erfolge Assyriens geringer. Allein einer seiner Nachfolger, Assur-Nasir-Pal (884—859), bedeckte sich von neuem mit Siegesruhm. Unter vielen anderen unterjochte er auch das Land Phönizien. Seine Herrschaft erstreckte sich von Ninive bis zum Libanon und dem Meer. Unterdessen wuchs aber auch die Widerstandsfähigkeit der unterjochten Völker, die sich unter Salmanasar III. (859—824) von der Fremdherrschaft zu befreien suchten. Auch das Reich Israel schwang sich nach fünfzigjährigem Kampf mit Juda und nach einer langen inneren Anarchie unter O m r i (etwa 885—875) zu einer gewissen Macht empor. Dieser Herrscher, der Begründer einer neuen Dynastie, gründete auch eine neue Hauptstadt Schom'ron (assyr.: Samerina; griech.: Samaria). — Nach Renan2 bedeutet der hebräische Name Wachturm (observatoire); nach I Kön 1624 rührt das Wort vom Eigennamen Schemel־ her. Die Grabungen, von denen hier weiter die Rede sein soll, beweisen, daß der von Omri zur Gründung der Hauptstadt angekaufte Platz bis zu seiner Zeit ganz unbewohnt war. ,,Der König Omri unterhielt ständige Beziehungen zum judäischen Reich und zum benachbarten Phönizien.... Die engen politischen Beziehungen zu Phönizien wurden durch verwandtschaftliche Bande der Fürstenhäuser noch enger geknüpft: der Sohn Omris, Achab (etwa 875—853), ehelichte Isebel, die Tochter des tyrischen Königs und Priesters Etbaal. Etbaal wird in der Bibel als ,sidonischer' 1 Les prim, civil., S. 273. 2 Renan, Hist, du peuple d’Israel, II3 S. 254.

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