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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 3 · p. Seite 231

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 3
Article
Syrisch-palästinensische Altertümer
Date
1928-01-01
Page
Seite 231 (sequence 7)
Language
German
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231 Untertanen des Pharao mit recht wenig schmeichelhaften Bezeichnungen belegt werden, wie die Amarna-Briefe zeigen (Chabiri sind anscheinend als Söldner im 3. Jahrtausend im südlichen Babylonien, im 2. Jahrtausend in Syrien bei den Hethitern nachgewiesen). Wer sich über die Vertauschung des den Namen der Hebräer (fi b r i m) anlautenden ,Ajin mit dem Chet in Chabiri hinwegsetzt, konnte in ihnen die Israeliten erkennen, müßte dann aber die weitere Folge ziehen, daß diese bereits am Ende des 15. Jahrhunderts in das Land eingedrungen seien. Damit stimmt jedoch die Zeitrechnung der Geschichte Israels keinesfalls. Deshalb hat neuerdings A. Jirku (Die Wanderungen) unter Verweis auf den Sprachgebrauch des A. T., der Hebräer und Israeliten zu unterscheiden scheint, die Behauptung aufgestellt, daß die Chabiri allerdings Hebräer seien und zu ihnen die Stammväter, an erster Stelle Abraham, gehörten, daß aber das spätere Volk Israel aus einer Vereinigung dieser Hebräer mit den Israeliten, die zu den Aramäern gerechnet werden müßten, entstanden sei. * An dieser Auffassung bleibt manches fraglich; vor allem hat Jirku m. E. zu wenig über die Herkunft der Israeliten gesagt. Auch W. F. A b r i g h t unterscheidet Hebräer und Israeliten. Nach ihm vollzog sich das Eindringen der Hebräer ohne inneren Zusammenhalt und nicht in geschlossenem Eroberungszuge etwa 300—400 Jahre vor der israelitischen Eroberung, die er in das Jahrzehnt von 1250—1240 setzt. Mit Recht betont er, daß israelitische Siedlungen, wie die Grabungen gezeigt haben, erst am Ende der Bronzezeit und noch später entstanden sind. Dementsprechend will er die großartige Ziegelmauer in Jericho, die von Sellin- Watzinger als ein Werk H i e 1 s bezeichnet wird, den Kanaanitem zuweisen und meint, die Eroberung der von dieser geschützten Festung sei bereits im 16. Jahrhundert erfolgt1“. — Angesichts der so weitgehenden Verschiedenheit der Meinungen haben wir es vorgezogen, Thomsen, der auch die Ansichten anderer kurz zusammenfaßt, wörtlich anzuführen. Wir wollen noch auf eine Aeußerung Schräders verweisen. Von dem in den Amarnabriefen erwähnten Volk der Chabiri, das im Bunde mit einem Teil der palästinensischen Stadtfürsten Länder und Städte des Pharao plünderte und eroberte, bemerkt der Genannte: ״Statt der nur in den Briefen des Abdichipa von Jerusalem sich findenden Schreibung amelütu ha-bi-ri wird zumeist die ideographische Schreibart amelütu SA. GAZ., d. i. akkadisch habbatu, Räuber, Bandit, verwandt; die Identität beider Ausdrücke ist durch Duplikatstellen in Bogharköjtexten erwiesen. — Die Hablri wurden von jeher den Hebräern des A. T. gleichgesetzt; ihr Eindringen in das ägyptische Gebiet in Palästina zur Zeit Amenophis III. (1411—1375) und IV. (1375—1358) ist ein völliges Analogon zu dem im A. T, geschilderten; die Israeliten bildeten jedoch nur einen Teil der mit dem Namen Habiri bezeichneten Bevölkerungsschicht2.“ 1 Thomsen, Die neueren Forschungen in Palästina-Syrien, Tübingen, Mohr, 1925, S. 229—ל. 2 Schräder in Erbts Reallex. d. Vorgesch., V, 1926, S. 11.

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