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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 3 · p. Seite 230

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 3
Article
Syrisch-palästinensische Altertümer
Date
1928-01-01
Page
Seite 230 (sequence 6)
Language
German
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230 Funden gehören das Siegel des Sema‘, des Ministers Jerobeam II. (ca. 783—743 v. Chr.) — als Kunstwerk offenbart es einen echt babylonischen Charakter1 — das Siegel des Asaf und das Fragment einer hebräischen Inschrift. Unter den Nachfolgern Thutmosis’ gelangte Aegyptens Macht in Syrien-Palästina wieder ins Schwanken. In jene Zeit fallen die vielen Streifzüge, die die aus dem südlichen Babylonien stammenden Chabiru (sie werden bereits in Urkunden aus der Zeit um 2500 genannt). unternehmen. Die Amarna-Briefe aus Palästina und Syrien zeigen die verwickelten politischen Verhältnisse in den beiden Ländern, und zwar ein einheimisches Stadtstaatensystem und als Ueberbau den ägyptischen Regenten (chazänu). Mit Hilfe der Hethiter suchen die Einen unter den Stadtfürsten sich der ägyptischen Oberaufsicht zu entledigen, die Anderen halten zu Aegypten treu und verlangen; die ägyptische Besatzung könnte verstärkt werden. Ramses II. (1292—25) schloß mit dem Hethiterkönig (siehe oben) einen Friedensvertrag, Betreffs Ramses II. sei bemerkt: Laut den Berichten über die in Beth-Schean (Skythopolis), am östlichen Ende der Jesreelebene von Clarence Fisher, unter den Auspizien der pensylvanischen Universität geleiteten Grabungen, soll eine daselbst aufgefundene Basaltstele folgende Inschrift enthalten: Ich habe die Semiten versammelt, auf daß sie mir meine Ramsesstadt bauten. Somit — meint J. M. Powis Smith2 — müßte man mit Bezug auf die Erzählung im II. B. M. Ramses II. als den Pharao der Bedrückung ansehen. An Wahrscheinlichkeit gewinnt dann die Annahme, Mernephtah könnte der Pharao des Auszuges gewesen sein. Mit den Kriegen Ramses II. hatte jedoch Aegyptens Ringen um Palästina sein Ende nicht erreicht. Neben dem ägyptischen kam nämlich schon seit dem 2. Jahrtausend der Einfluß der babylonischen Geisteskultur, die, neben der ersteren und von ihr wesentlich verschieden3, die älteste und bedeutendste war, zur Geltung; Die Ta‘anek-F1mde weisen darauf hin, daß man sich auch innerhalb Palästinas der babylonischen Keilschrift bediente. Der babylonische Geist wirkte auch auf die im 12. Jahrhundert in Palästina eingewanderten Volksteile, die das spätere Israel bildeten, einen nachhaltigen Einfluß aus. ״Ueber die Einwanderung der Israeliten in Kanaan — bemerkt Peter Thomsen — schwebt immer noch ein ziemliches Dunkel. Literarkritisch war man ja längst zu der Erkenntnis gekommen, daß die Erzählung des Josuabuches nicht geschichtlich sein könne, da z. B; Richter I einen ganz anderen Verlauf schildert. Stutzig machte sodann der Name der Chabiri, die von den im Lande ansässigen 1 J. Benzinger, Hebr. Ärchäol.3, 1927, S. 225. 2 J. M. Powis S m i t h, Archaeology and the Old Test, duringthe first quarter of the trentieth Century in ,,The Journal of Religion“, Bd. VI, Nr.3,1926. 3 ״La Mesopotamie ä ete aussi positive que I’Egypte a ete idealiste“ behauptet Henri B e r r in seiner Einleitung zu L. Delaporte, La M6sopotamie. Les civilisations babyL et assvr., Paris, La Renaissance du livre, 1923, S. XII.

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