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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 3 · p. Seite 228

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 3
Article
Syrisch-palästinensische Altertümer
Date
1928-01-01
Page
Seite 228 (sequence 4)
Language
German
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228 vorislamischer Zeit und waren in die Eckfundamente der Häuser oder auf dem Friedhof vergraben, meist so übereinander gestülpt, daß sie einen Hohlraum bilden, um böse Dämonen, Krankheiten und Seuchen abzuwehren.“ (Die Aufgaben der Wissenschaft des nachbiblischen Judentums, Gießen, Töpelmann, 1925, S. 12.) Sowohl die von F u r 1 a n i genannten Statuen, als auch die von G r e ß - mann genannten Zauberschalen sind eine Ablösung der Fundamentalopfer. Bei anderen Völkern werden derartige Opfer durch Vergrabung von Eiern abgelöst. — Zur Frage des Kinderopfers s. Tertullian ed. Ramorino (II pensiero crist., Bd. 3), S. 1211, und Cumont, Le rel. orientali nel paganesimo romano, S. 122 und S. 251, a. 42. Den ältesten sicheren Bericht zur Geschichte Syrien-Palästinas bildet eine ägyptische Inschrift, der Palermostein. Der König Snofru (2930—2906), heißt es, habe von der syrischen Küste vierzig Schiffe gefüllt mit Zedernholz heimgebracht. Einem anderen Pharaonen, Sahur-re, huldigen auf einer Abbildung semitische Sklaven. Es handelt sich hier augenscheinlich um einen siegreichen Feldzug. Um jene Zeit läßt auch der babylonische Stadtkönig Gudea (etwa 2600 v. Chr.) Zedern als Bauholz aus Syrien holen. Sein Zeitgenosse, Saigon von, Akkad, besetzt vorübergehend das Land der Amurru (Emoriter). Ihrem ,,Reich im Westen“ gehörte auch der Libanon an. Dieses in der Bibel so oft genannte Volk1 gelangte auch in der Geschichte Mesopotamiens zu großer Bedeutung, als um 2200 Teile desselben daselbst einwanderten und ,,unter dem Könige Sumu-abu ein Reich gründeten, dessen bedeutendster Herrscher der durch seinen Gesetzeskodex berühmt gewordene Hammurapi war; dieser war auch der eigentliche Begründer dieses altbabylonischen Reiches“. Die Emoriter waren ״das mächtigste Volk Palästinas, das vor der Ein- Wanderung der Israeliten das Land bewohnt hat“. Auf den babylonischen König Naramsin (2700 v. Chr.) geht die älteste Nachricht über ein ebenfalls im A. T. vielgenanntes Volk, die Hethiter, zurück. Im 10. Kapitel des I. Buches Moses, der ״Völkertafel“, lesen wir: ״Kanaan aber zeugte Sidon (allgemeine Bezeichnung für Phönizien), seinen Erstgeborenen, und Heth“. Von den Hethitern za Hebron kauft Abraham die Höhle Machpela zum Erbbegräbnis (Gen 23). Das den Kindern Israels verheißene Land ist neben Kanaanitern, Ammonitern, Hevitern, Jebusitern auch von Hethitern bewohnt. Uria, an dessen Weib der König David Wohlgefallen gefunden hat, wird als Uria der Hethite bezeichnet. Bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. war die Kultur dieses Volkes eine durchaus babylonische. ״In etwa 10 000 Urkunden ist uns ein Teil des Staatsarchivs, das von etwa 1800 v. Chr. an in der Stadt Chatti, an deren Stelle im Innern des Halysbogens heute das Dörfchen Boghazköi liegt, seinen Mittelpunkt gehabt, erhalten.“ Die geistige Kultur des Hethitertums — dies bestätigen uns die Urkunden — Götter, Rituale, Legenden, alles war vom babylonischen Geiste durchtränkt. 1 Zur Amurru-Frage s. jetzt P. Dhorme, Les Amorrheens (zu Theo Bauer, Die Ortskanaanäer, Leipzig 1926), Rev. Bibi., 1928, S. 63 ff. — Zur Etymologie Alhrecht Alt, ZAW, 1928, S. 77 f.

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