Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2829132-2829951-2829954-2834445--48222-2834581- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
217 und Liturgie vor Augen zu halten, auf die er anspielt oder die er benutzt; und daher bringt Brody in den Anmerkungen den sehr erwünschten Nachweis solcher Stellen. Fülle und Zuverlässigkeit dieser Anmerkungen verdient alles Lob, und daher geschieht es gewiß nicht, um Brody einen Vorwurf zu machen, sondern nur, um zur besseren Klärung einiger Stellen aus Immanuel beizutragen, wenn ich hervorhebe, daß das Ende der Einleitung (S. 9, Z. 10—11) להיות עם פינו באשר נחבר ולהורות אותנו את אשר נדבר auf das Reschuth או״א היה עם פיפיות שלוחי עמך בית ישראל (Davidson, Thesaurus, S. 222, Nr. 4821), das nach diesem Anfang, der den Ausdruck היה עם פיפיות enthält, fortfährt הוד□ מה שייאמרו; daß die Verse ופנה מעסקיו הזמן רע לשלם אל פכי כפשי גמולה (S. 2ל, Z. 15) und יום צ:ר הוכן הצורות אותה מכל עשק פנה (S. 120, z. 5)1 auf stellen anspielen, wie Sifra, Ahare Moth, VIII, 6 (ed. Weiß, S. 84c): פונה אני מכל עסקי ועוסק בה, ebd. Kedoschim, IX, 5 (ed. Weiß, S. 91 c): פונה אני מכל עסקי ועוסק בו u. ä.; und daß S. 136, Z. 10 der Vers הכין ופעל דהרי חכמה offenbar auf der alphabetischen Stelle des Jozer אל ברוך גדול דעה הכין ופעלזהרי חמה beruht (Elbogen, Der jüd. Gottesdienst, S. 18; Davidson, Thesaurus, S. 164, Nr. 3514). Sonst wäre nur sehr weniges hinzuzufügen. Die grammatischen Fehler, die Brody Immanuel vorwirft (ähnliche Vorwürfe waren ihm schon von Jehuda Moscato und von Anania Goen gemacht worden; s. Anania Goen, זמירות ישראל f. 3b), sind nicht immer wirkliehe und eigentliche Fehler. Die Verwendung der Pausalform auch außerhalb der Pausalform (Brody, Vorwort, S. 8 und Anm. 7 ebd.) entspricht dem traditionellen Gebrauch der italienischen Juden in nachbiblischen Texten (für einige Fälle s. Luzzatto, Grammatica, S. 172, § 398 und Anm. 1 ebd.), und ist daher bei einem Schriftsteller wie Immanuel normal. Das gilt nicht nur für Verben (besonders im Nif’al und Hof’al), sondern auch von den Nominibus der Form פרי: z. B. לחי S. 20, Z. 14. In einigen Fällen müssen wir, statt an einen Fehler oder eine dichterische Freiheit, wie die Schreibung חמויר (S.21!,Z.15) oder אדומי־ (S.8 des Vorwortes, Anm. 4) vielmehr daran denken, daß Immanuel, gestützt auf die traditionelle italienische Aussprache, die zwischen Chatef und Vollvokal nicht unterscheidet, sich erlaubt hat, das Chatef wie einen Vokal zu behandeln. Man wird also nicht סמור oder אדומי zu vokalisieren haben, sondern wird die übliche Vokalisation חסוד und אדומי beibehalten müssen mit einer Bemerkung, daß das Chatef hier als Vokal zählt. In einigen Fällen kann ferner eine Beeinflussung Immanuels literarischer Sprache von seiten seiner jüdisch-italienischen Mundart vorliegen, in der analogische Formen, wie שטנים (S. 44, Z. 2 v. unten) und נערה (S. 207, Z. 1 v. unten) gebräuchlich waren und noch heute sind. Mit Recht bemerkt Brody in seinem Vorwort S. 14, daß Immanuels Stil mitunter den Einfluß des Italienischen verrät, und gibt einige Beispiele dafür (ebd. Anm. 1) mit dem Zusatz: וראוי ליודעי הלשון האיטלקית לחקור בדבר. Eine Reihe von Beispielen habe ich in meiner Jugendarbeit L’e 1 e m e n t 0 italiano nelle Mechabberoth, Rivista Israelitica U (1905), S. 36—37 (S. 8—9 des Auszugs). Einige andere Beispiele füge ich hier hinzu: S. 56, Z. 16: תשקיף מן החלון, ital. g u a r d a d a 11 a f i n e s t r a; S. 66, Z. 10: ותעשה בת גרשום ברחת ist vielleicht durch den italienischen Ausdruck tagliato coll’accetta (mit dem Handbeil geschnitten) angeregt, den man von einem häßlichen und plumpen Menschen gebraucht;. S. 172, Z. 1: היא נתנה לי מן העץ ital.: essa mi ha d at 0 col bastone (sie hat mich mit dem Stock geschlagen, wörtlich: hat mir m. d. St. gegeben) (vgl. Mechabbereth XXII, ed. Lemberg S. 176 a, Z. 11—14); S. 183, letzte Z.: קרה לי ע ם אחת מבנות העדינות (ähnliche Konstruktionen s. auch S. 184 letzte Z.; 185, Z. 13; 192, Z. 13), ital.: m.i e capitato col tale. Man kann noch hinzufügen, daß sich mitunter in Immanuels Hebräisch der Einfluß des jüdisch-italienischen Dialekts geltend macht. Ich führe bei- 1 Es wäre angebracht gewesen, eine Schreibung konsequent durchzuführen, mit samek oder mit sin.