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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 215

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 215 (sequence 3)
Language
German
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215 erwähnten Handschriften oder auf beide gestützt1, da die Ausgabe von Brescia העריכהו hat) die Lesart נעריכהו vorzuziehen sein, die ein von Brody nicht benutztes Manuskript dieser Hymne, das Ms. Montefiore H 292 gibt. S. 144, Z. 8: אחיך, היין כל עמלו בית אביו ישה wird man nach Gen 41&1 כל עמלו ובית אביו lesen müssen. S. 170, Z. 5 wird anstatt ואין wahrscheinlich ואם zu lesen sein, und es wird sich um eine Fortsetzung der vorhergehenden Frage handeln (nämlich: was begehrt die junge Herrin zur Winterszeit?), wie die folgende Frage ומדוע תחפוץ בערלותיהם zeigt, deren Subjekt nur das יעלה von Z. 5 sein kann3. Die poetischen Teile sind sorgfältig von Brody vokalisiert, nach der auch sonst in seinen meisterhaften Ausgaben hebräischer Dichter geübten Methode, und die Vokalisation ist — unnötig zu betonen — ausgezeichnet. Nur in Kleinigkeiten kann man in bezug auf die Vokalisation von Brodys Meinung abweichen. Solche sind das Fehlen einiger Map pik (z. B. S. 27, Z. 15: לשלם אל פני נפשי גמולה; ebd. z. 18: ונמשלת תלאתי לעלה קדומה ואני לה כעלולה usw.) und die ziemlich häufige Verwendung des Pronominalsuffixes יךך wo der Dichter aus metrischen Gründen4 sicher die Form ך" vorgezogen hatte, (mitunter gebraucht Brody die beiden Formen inkonsequenterweise nebeneinander, z. B. S. 210, Z. 10). In einigen Fällen ist לך auch an Stelle des femininen^ gedruckt (z.B. S.121, Z.15). S. 128, Z. 14 würde ich lieber לבי, מיום שב לאנוק פ/ נוקפי anstatt, wie Brody, לאנק-פי, נקפי schreiben. Die Punktation לאלהיה (S. 212, Z. 6) ist nicht möglich, und das Beispiel מאלזלים, das Brody zu ihrer Rechtfertigung anführt, gilt nicht, weil das Mem normalerweise mit Chirek zu vokalisieren ist, das zu Zere gedehnt wird, wenn der folgende Buchstabe kein Dagesch erhalten kann; zweifellos muß man לאלהיה punktieren, das die normale unkontrahierte Form an Stelle der häufigeren kontrahierten לאלהיה darstellt5 6. Die erklärenden Anmerkungen, die Brody dem Texte beifügt, sind gewohnlich klar und präzis, und meistens kann man nur mit ihnen übereinstimmen. An einigen Stellen jedoch wird man, glaube ich, der Interpretation Brodys nicht folgen können. Ich möchte hierfür einige Beispiele anführen: Zu S. 36, Z. 12 פלונית גרנרנית ובניה פניהם אחורנית bemerkt Brody (Anm. 18): נראה שר״ל כי פלונית היא חרפה לבעלה ובניה אינם רואים חרפת אביהם. ich würde es einfacher auffassen: Die und die ist unmäßig im Essen und Trinken, und ihre Söhne müssen sich wie die Söhne Noas abwenden, um ihre Schande nicht zu sehen. Zu S. 59, z. 12 לא אספר בגנותה פן אקל מחרפתה Brody, Anm. 7: פן אקל ר״ל פן לא יעלה בידי לחרף אותה כראוי לה. Besser: damit ich nicht durch ihre Schande erniedrigt werde (das Wort הדפה bedeutet bei den italienischen Juden oft Schande, Schmach). Zu S. 60, letzte zwei Zeilen: אלו נמצאו כל הנמצאות על יד התלמיד בעתת הזמן תהיה בריאת תמר בשתי עתות על יד האמן; Brody, Anm. 8: אם תספיק לתלמיד ..4 עתה אחת כדי לעשות דבר מהדברים הנמצאים, הנה תמר 1 Zum mindesten hat das Neujorker Ms. sicher diese Lesart, wie ich aus der von Marx in Jewish Quarterly Review, N. F. IV (1918—19), S. 310, Anm. 4, gegebenen Kollation dieses Hymnus ersehe. 2 Mitgeteilt von Hirschfeld, J. Q. R., N. F. V (1914—15), S. 534—536. Diese Handschrift ist verhältnismäßig spät und weist viele Fehler und unannehmbare Varianten auf, ist aber dennoch interessant, weil sie nach einem von x unabhängigen Text kopiert zu sein scheint. 3 S. 68, Z. 15 ist עתה statt אתה Druckfehler. 4 Natürlich ist auch die Schreibung דך möglich, wenn man das Schewa als stumm betrachtet; aber man braucht seine Zuflucht nicht zu diesem Ausweg zu nehmen, da die,Form ך; in der mittelalterlichen Dichtung häufig ist (vgl. Luzzatto, Grammatica, § 247, S. 109—111). Diese Form ist übrigens in einigen Fällen auch bei Immanuel durch den Reim gesichert; z. B. S. 194/195, wo Suffixe auf ־ך mit Nominibus und Verben mit wurzelhaftem -ak reimen. 6 Die Vokalisation ist auch typographisch sehr korrekt; einige Druckfehler rühren von einem ganzen oder teilweisen Bruch der Bleitype her.

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