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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 196

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Die neuhebräische Aufklärungsliteratur in Galizien
Date
1928-01-01
Page
Seite 196 (sequence 13)
Language
German
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196 Zu allerletzt sei der Mem-bittsteller erschienen, mit einem offenen (D) M. in seiner Rechten, ein geschlossenes (D) in seiner Linken. Der habe mit lauter Stimme gerufen: ,,Was nützt ein heilender Moses? Was gibt ein totenbelebender Moses? Was fügt hinzu ein philosophierender Moses? Wer ist außer ihm Sänger? Wer sichtet die Auswahl der Dichtung bei den Völkern? Wer über» setzt sie, säubert sie, verschönt sie, übersetzt Gesänge der Griechen, Römer, Deutschen und Italiener?“ So vielen Bitten habe der der hebräischen Muse Vorgesetzte Engel nicht widerstehen können, — er habe seine Hand ausgestreckt, habe das geschlossene M genommen und es entzweigebrochen, so daß aus ihm zwei nach der einen und anderen Seite gebückten Waw (1) entstanden. Dann steckte er, schreibt Bick, das eine Ende der W in dein Herz; das andere Ende ergriffen alle Sänger mit ihren Händen und zogen kräftig daran. — Da reistest du von Wien ab und ruhtest in Brody aus. Ein großes Geräusch entstand, große Freude wurde allen, und ich er־־ wachte. Jakob Samuel Bick war auch ein eifriger Mäzen junger Talente und ein treuer Förderer öffentlicher Angelegenheiten. Er unterstützt die Herausgabe von Jizchak Nachman Fischmanns poetischen Erstlingswerken und belehrt uns in einem rührenden Briefe aus dem Cholerajahre 1830 darüber, wie eine billige, schmackhafte Rumfordsuppe für jüdische Volksküchen hergestellt werden könne. Im Cholerajahre (1831) ist er gestorben, wahrscheinlich als ein Opfer seiner Pflichterfüllung. Seine nachgelassenen Schriften sind kurz darauf, während einer der damals in Brody so häufigen Feuersbrünste ein Raub der Flammen geworden. Jakob Samuel Bick wird noch einmal trotz״ der Spärlichkeit der Quellen über sein Leben und Wirken seinen Monographen finden. Er verdient es nicht weniger als etwa Rapoport und Krochmal. XII. Die Dichter. Meir Halewi Letteris 1. Jüdischer Plutarch. Wien 1847. 2. Wurzbach, Biogr. Lexion. Bd. XV, S. 17. 3. Biographie von M. Letteris im ״Orient“, 1849. Paraphrase dieser Biographie im Z’firat Tifarah. Wien, Lieferung 7—9, 1851. 4. Letteris1 * hebräische Memoiren. Wien 1869. 5. G. Bader: Biographie von M. Letteris. Luach Achiasaf X. Warschau 5663 (1902), S. 433—453. 6. B. Meiseis Goethes Faust und Letteris5 Ben Abuja. Nr. 18 und 19 des ,,Israelitischen Familienblattes“, Hamburg 1909. 7. Würdigung von Letteris5 literarisch-wissenschaftlicher Tätigkeit in ״Deutsch- Österreich. Literaturgeschichte“1, 1914. 9. Lieferung des SchLußbandes S. 413—416. Die Zeit der Haskala ist eine sangfreudige Zeit. Im kleinsten galizischen Städtchen werden Mlizabriefe geschrieben, hebräische Reime geschmiedet. Für angehende Heiratskandidaten gibt es kein wirksameres Mittel, sich beim zukünftigen Schwiegerpapa behebt 1 Im Frühling 1914 wurde der Verf. dieser Arbeit zum Mitarbeiter der ״Deutsch-österr. Literaturgeschichte“ für Galizien bestellt.

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