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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 179

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Die Medizin im Sohar
Date
1928-01-01
Page
Seite 179 (sequence 13)
Language
German
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179 daß der treue Hirte ein Spanier im XIII. Jahrhundert1 gewesen. Der Puls: Es braust ein Sturm vom Norden (linkes Herzohr) her, Jech 14, und fährt stoßweise in die Schlagadern, die demgemäß, gleich den Engeln Jakobs (Herz), auf- und absteigen, Tik 197 a. Es ist ein auf- und absteigendes Opfer קרבן עולה ויורד, das vom Herzen dem Organismus dargebracht wird, Tik 191 a. Diagnose und Prognose erfordern genaue Kenntnis der 10 Pulsqualitäten2, die da entsprechen den 10 Schofarmodulationen, die eigentlich bloß 3, קשר, aber eben diese 3 (Frequenz) sind für die Prognose am wichtigsten. Bei תקיעה 1/8+V4 Ton (normaler Puls) ist die Erlösung von גלותא דאלוס (Krise des von der Leber אדום stammenden Fiebers) noch in weiter Ferne; bei 3 שבריםXV16+V8 Ton schon näher; bei תרועה äußerst kurze Töne in raschester Folge (kleiner, unzählbarer, also תרועהalarmierender Puls3) hingegen steht die Erlösung unmittelbar bevor, III 219 a (R. M.). Der Puls hat Rhythmik und Harmonie סדר ואוון (Avicenna4): es ist der Nordwind (linkes Herzohr), der in die Harfe Davids bläst, deren Saiten die Schlagadern; und die 10 Pulsarten entsprechen den 10 Gesangsformen der Psalmen, Tik 191a. (Merkwürdigerweise heißt es auch in der alten chinesischen Medizin, der Puls wäre gleich den Saiten einer Laute, um Harmonien und Disharmonien zu erkennen; Haeser I 42.) Ein Mädchen, deren Bräutigam fern, war schwer erkrankt. Gar viele Aerzte versammelten sich um sie, aber keiner konnte helfen. Da kam der berühmte Arzt K r i t o n 5אשיא קרטנא, der sich auf die 10 Pulsarten verstand. Er fühlte den Puls, und die Braut gestand: die Stimme meines Geliebten pocht6, Cant 52, Tik 192a. Die verschiedenen Formen des irregulären und aussetzenden Pulses, die man heute gar nicht mehr kennt, auf die aber die Araber, zumal Avicenna, das größte Gewicht legten, werden mystisch verknüpft mit den Vokal- Zeichen und medizinisch mit den 4 Elementen. Z. B. bedeuten 2 gleiche Schläge und Pause: Cere.., folgt aber ein niederer (kleiner Puls-־) Schlag nach, dann Segol v usw., Tik 198 a. Die Gallen sind es, die den Puls stören. Wenn die ins linke Herz gelangen, dann: kommt das Unheil 00m Norden, Jer 114, und da oergälten sie das Leben וימררו mit schwerer Arbeit, d. h. gelbe Galle (כבד Leber schwer), mit weißer Galle בלבנים mit roter עבדה בשדה (Leber Esau איש שדה אדום =, Gen 2527) und mit schwarzer (בפרך), Tik 197 a, b, Exod 114. Die Sinne: Vom höchsten Wesen erwartet man nur Fernsinne, die ins Unendliche reichen, niemals aber Nahsinne, wie Tasten, Schmecken. Der Sohar hat denn auch nur diejenigen Sinne, die schon in der Bibel auf Gott bezogen werden: Hören vom Gehirn, Riechen von der Nase und Sehen (Einsicht בינה) vom Herzen, 1 Genau dieselbe Hyperbel wird aber in der Idra rabba, III 132 b, 144 a, R. Simon ben Jochai selbst in den Mund gelegtI 2 Sind bei Avicenna, S. 34 a, hebräisch und bei Neuburger griechisch zu lesen; stammen von Archigenes, II. Jh. 3 Druck auf Druck חברי משיח. 4 Wird von ihm ausdrücklich mit Musik in Verbindung gebracht! 5 Siehe R. Eisler in dieser Monatsschrift, 1926, S. 194. 6 Es hat seinen hochpoetisch-mystischen Sinn, das Kunststück selbst ist aber schon von Erasistratos und G a 1 e n u s gemacht worden; siehe hierüber eine sehr schöne Geschichte bei P ag e 1, I, S. 90. 12*

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