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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 177

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Die Medizin im Sohar
Date
1928-01-01
Page
Seite 177 (sequence 11)
Language
German
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177 des Zornes und Götzendienstes, hat keinen heiligen Geist, deshalb pulsieren ihre Gefäße nicht1. Esau ist zu beschwert (כבד — Leber schwer) von Sünden, als daß er sich jemals zu Jakob emporheben könnte. Also bleibt es endgültig bei der bisherigen Topographie. Die Leber ist der Sündenbock (שעיר Gen 27״), der die Sünden Jakobs (ערנות תם עונותם) d. h. die Schlacken des Herzens übernehmen muß, III 28 a, 232 b, R. M. Zwei Völker sind in deinem Leibe, der Große wird dem Kleinen dienen, Gen 25n. Esau wollte nämlich das Blut (אלם Gen 2530) des Kleinen haben, erhielt es auch, mußte ihm aber dafür hinfort dienen und stets seine Erstgeburt, Erstlinge, Auserwähltes (בכור-בחור) überlassen, I 138a. Seitdem ernährt sich Jakob (Israel im Galuth) kümmerlich von dem, was ihm Esau (die Völker) zukommen läßt, III 235 a (R. M.). Die Milz I s m a e 1 L i 1 i t h liegt natürlich links, nimmt die ärgsten, schwarzen Schlacken des Blutes auf, hat gar keine Blutgefäße (ein schlimmes Zeichen!) und auch keine Mündung. Ist Sinnbild der Unzucht, aß, wischte sich ihre Mündung weg und meinte, sie hätte gar nicht sündigen können, Prov 30 20, I 27 b. Bringt Tod den Kleinen, erwürgt sie durch Askara, besonders bei Mondabnahme; die Leber den Großen, III 234 a״■ Die rote, gelbe, schwarze und weiße Galle entstammen der Reihe nach der Leber, Gallenblase, Milz, Lunge, versinnbildlichen die 4 מ תות ביתדין Verbrennen, Köpfen, Erwürgen und Steinigen, ferner עון משחית אף הימה, III 234 b (R. M.). Die 4 Farben der biblischen Hautkrankheiten entsprechen genau denen dieser Gallen, durch die sie eigentlich entstehen, Tik 222 a. Die entsprechenden Temperamente, in Verbindung mit Leibesbau, Behaarung und Farbe (Konstitution), werden weitläufig in bekannter, aber auch mystischer Weise besprochen. Auf Chiromantie und Physiognomik, denen in anderen Zusammenhängen große Abschnitte gewidmet werden, kann hier nicht weiter eingegangen werden. Magen als zermahlender wird 2קרקבן, als verdauender ־קיבה genannt. Das übrige ist dem Talmud entnommen. Das Gekröse הדרא דכנתא ist die Urschlange und deshalb das Fett daran verboten; verpönt bist du von jedem Hornvieh, Gen 314, Tik 244 a. Die Lunge hat, nach jeweiligem mystischen Bedarf, bald 2 Flügel, Tik 226 b, bald 5, Tik 131b, 111 227 b (R. M.), bald 6, III 121b (R. M.), nach Jes 62, nämlich 3 rechts, 2 links und das Rosenläppchen (לרדא). Die untersten Hauptlappen werden da nicht mitgezählt, sondern א1מא genannt, III 235 a (R. M.) und Tik 131 b, wo statt אומות — אונות zu lesen. Dies entspricht in der Tat genau der Anatomie — der Wiederkäuer, die hier ohne weiteres auf den Menschen übertragen und obendrein noch mit Bibelsätzen belegt wird. Und ihre Flügel sollen getrennt (nicht miteinander verwachsen) sein (Jech lu), denn sonst — trepha3 Tik 131 b, weil sie dadurch in ihren Bewegungen gehemmt werden; auch könnten da die 5 Flügel die 5 Lautformen nicht rein hervorbringen, was dann beim Gebet 1 Maimonides aber nennt sie מזרקים spritzende! (h. s check. VI 8). 2 Wird von Emden, obgleich auch in Jezira erwähnt, beanstandet; vergl. Ber. 61 b oben und Raschi das. 3 Nach dem Talmud-kascher, s. Chul. 46 b unten. Monatsschrift, 72. Jahrgang. 12

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